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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 38)

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in Adolf (Nr. 317) lassen in Bezug auf Zeichnung der die Oberflächen

hedeckenden Ornamente sehr viel zu wünschen übrig.

Die böhmische Porzellanmanufactur war nicht vertreten; die Natur

der zu Gebote stehenden Räumlichkeit, die drängende Zeit und Umstände

anderer Art liessen es diesmal nicht zu, an eine nur annähernd vollständige

 Repräsentation der böhmischen Kunstindustrie zu denken, so lehrreich

 und nützlich auch die Vergleichung mit den auf der Ausstellung

befindlichen auswärtigen Erzeugnissen gewesen wäre.

Wenn auch nur nach einer Richtung hin, so doch ziemlich reichhaltig

 war eine Collection moderner gothischer Möbel aus dem Schlosse

Sichrow, dem Besitze Sr. Durchlaucht des Fürsten CamillRohann. Diese

Möbel gewinnen ein erhöhtes Interesse dadurch, dass sie in dem Orte

Sichrow selbst von dort ansässigen Handwerkern gefertigt sind. Die Zeichnungen

 hiezu sind verschiedenen Publicationen, wie denen von Un gewitter

 etc, entnommen. Die Ausführung der Schnitzereien, das Verständniss,

 das sich in der öfter ziemlich cornplicirten Construetiou zeigt, und

überhaupt die ganze Durchführung der Arbeit legen ein höchst rühmenswerthes

 Zeugniss für die Geschicklichkeit der Verfertiger und nicht

weniger auch tiir den Kunstgeschmack des Bestellers ab, von dem diese

seltene rühmenswerthe Anregung zu kunstindustriellem Schaffen ausgeht.

Ebenso vortrefflich, wie die beinahe durchaus von einem Einzelnen,

dem Bildhauer Peter Bu sek in Sichrow ausgeführten Holzarbeiten, sind

auch die in den erwähnten Möbeln befindlichen Eisenbestandtheile, wie

Schlösser, Beschläge u. dgl. Sie rühren vom Schlosser Johann Novak

in Sichrow her. Ein von diesem ausgestellter Candelaber von polirtem

Sehmiedeisen (Nr. 505) wetteifert an Sauberkeit und Correetheit der

Durchführung mit den besten Erzeugnissen von Hart 8a Son in London

und ähnlichen Werkstätten.

Bildhauer Sebor in Trautenau hatte einen Heissig gearbeiteten

reichgeschnitzten Schrank, wie es scheint, eine Copie eines älteren aus

dem 17. Jahrhundert stammenden Möbels, ausgestellt. Die Arbeit ist im

Ganzen eine lobenswerthe, die etwa nur der Entfernung einiger über-Biissiger

 Zuthaten bedürfte. Ein von demselben verfertigter aus Holz geschnitzter

 Luster leidet an plumpen und schweren Formen, wie denn das

Holz überhaupt nicht dasjenige Material ist, das sich zur Verwendung

fiir ein solches Gerathe eignet, denn ein Luster, als etwas in der Luft

frei Schwebendes, muss dem entsprechend nie allzumassig und wuchtig

erscheinen. Als verdienstliche Arbeiten sind zu erwähnen: ein gothischer

Altarleuchter von Zinkguss (Nr- 456) und eine für die oben schon erwähnte

 Kreuzcapelle bestimmte Kirchenlampe von vergoldetem Messing,

beides nach Zeichnungen von F. Wachsmann.

Der Eisenarbeiten geschah vorhin Biichtig Erwähnung; es wäre hier

noch eine zierliche, ebenfalls für die Kreuzcapelle bestimmte Kirchenlampe
            
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