Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 38)

286

nach Zeichnung von Wa c h s m a n n, gefertigt von D u ffe, und eine

Anzahl gusseiserner Ornamente auf der Giesserei von Lepet Fils Aine

Freres ä Comp. in Paris, die V. Naprstek in Prag ausgestellt hatte,

zu erwähnen. Die Horowicer Eisenwerke hatten technisch gut ausgeführte

kleinere Gussarbeiten gesendet, die im ersten Viertel dieses Jahrhundertes

daselhst gefertigt worden sind; es sind Uhrgehäuse, Vasen u. dgl., für den

heutigen Kunstgeschmack ziemlich werthlos.

Wir gehen sehliesslich über zu den Gegenständen der Goldschmiedekunst

 und Bijouterie. Vier Kelche von vergoldeten: Silber, aus dem Atelier

von" H. Grohmann in Prag (Nr. 563466), sind fleissige Arbeiten von

hübschem Aufbau und guter Durchführung. Bei zweien trägt der F uss

vollrunde {igürliche Darstellungen, „Christus am Oelberge" und „das h.

Abendmahl", in galvanoplastischem Silberniederschlage nach Modellirungen

 von Professor E. Popp. Obwohl die Ausführung des Iiguralen Theiles

als eine auch in der Cornposition höchst sorgfältige und gelungene zu

bezeichnen ist, so können wir doch das Bedenken nicht unterdrücken, das

uns darin zu liegen scheint, ob es nämlich statthaft ist, den Fuss eines

zur leichten Handhabung bestimmten Geräthes , wie es ein Kelch seiner

Natur nach ist, seiner architektonischen Bedeutung zu entkleiden und, wie

schon erwähnt, zur Anbringung vollrunder und aufstehender Sculpturen

zu benützen.

Von Bijouteriegegenständen hatte die Firma Michael Goldschmidt

Söhne in Prag eine ziemlich reichhaltige Collection zur Ausstellung gebracht,

 darunter besonders Granatenschmuck, durch Zeichnung und gediegene

 Ausführung bemerkenswerth.

Rückblick auf die Beichenberger Ausstellung.

Die Reichenberger Ausstellung hatte über wiederholt ausgesprochenen Wunsch der

dortigen Baudels- und Gewerbekammer stattgefunden. Den Schlussbericht des Ausstellnugs-Cornitfs

 haben wir in der vorigen Nummer der Mittheilungen abgedruckt.

Das Resultat dieser Ausstellung war in soferne erfreulich, als die Einnahmen derselben

 die Ausgeben überstiegen, der Handelskammer dadurch nicht blos kein Schaden, sondern

 ein positiver Nutzen erwnchs, und alle Schulen des Kammerbezirkes von Beichenberg

mit guten Gypsmodellen versehen wurden.

Des österreichische Museum, welches bei seinen Ausstellungen in den Krunländern

auf jeden pecuniären Nutzen verzichtet, hatte sich immer zur Aufgabe gemacht, die betretfende

 Handelskammer zu verpßichten, Gypsgiisse des Museums aus der Einnahme der

Ausstellung für die Schulen des Kammerbezirkes einzukaufen und denselben unentgeltlich

zu übergeben. Auf die Durchführung dieser Bestimmung muss aus dem Grunde gedrungen

werden, weil die Dotatian der Schulen zur Anschaffung von Lehrmitteln überall eine sehr

geringe ist, sie für Vorlagen zum Zeichnenunterriehte relativ sehr wenig Geld ausgeben

können, und insbesondere in den kleinen Städten zum Ankauf von Lehrmitteln sehr schwer

Geld zu erhalten ist. Auf dem Wege der Filialausstellungen, wenn sie so geleitet werden,

wie dies bisher der Fall war, erwächst den Schulen der nicht geringe Vortheil, Vorlagen

zu bekommen, ohne den Staatssehatz oder das Budget der Schule für Lehrmittel zu

belasten.

Ueber die Wirkungen der Ausstellung im Reichenherger Kammerbezirke ist Folgendes

 zu erwähnen:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.