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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 39)

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Goldschmiedekunst nebst feineren Metallarbeiten, Emailen, Handschriften

 und gedruckte Bücher füllten ein Zimmer und eine daranstossende

 Gallerie.

Nach dieser Hüchtigen Umschau in der Eintheilung der Ausstellung

wollen wir noch einigen hervorragenden Nummern unsere Aufmerksamkeit

 zuwenden, indem wir hierbei wiederum der Eintheilung des Kataloges

 folgen.

Die Emailmalerei war durch gute Beispiele beinahe aller Arten vertreten;

 chinesische Cloisonäs hatte Se. Exc. Herr Graf Zichy gesendet,

prächtige, den Besuchern des Museums zum Theile bekannte Stücke. Die

Anerkennung des Werthes und der Anwendbarkeit ihrer zum Theile höchst

geschmackvollen Dessins fängt namentlich in England an, sich Bahn zu

brechen, wo z. B. die Firma Minton sie für Decorirung von Thec-Servicen

 aus Porcellan und Fayence verwendet. Das auf der Ausstellung

unvertretene byzantinische und mittelalterliche Email cloisonne hatte in den

chinesischen Emailen seine wenigstens für die technische Seite einigermassen

 ausreichende Repräsentation. Das limnsiner und rheinische Emnil

champlevee war durch mehrere gute und ein ganz vortretfliches Stück

vertreten. Es ist dies ein dem Ritter von Neuberg gehöriges Reliquierium

 (658), das zu Anfang dieses Jahrhunderts bei der Grundgrabung

eines Hauses in Prag gefunden wurde. Es hat die Gestalt eines kleinen

Häuschens auf quadratischem Grundrisse. Die Seitenflächen sind mit theils

in flachem Relief gebildeten, theils eingravirten Darstellungen bedeckt

Die Frische und der leuchtende Glanz der Emailfarben sind Eigenschaften,

die die alten Emailen weit vor allen neueren derartigen Hervorbringnngen

 auszeichnen und die jene der sorgfältigen technischen Durchführung

und namentlich auch der feinen vollendeten Politur verdanken. Mit welchem

 mühevollen Fleisse sie hervorgebracht wurde, zeigt die Anleitung,

die, Theophilus in seinem „lliversarum artium shedula" im Capitel de

polfendo eleetro (über das Poliren des Emails) dafür gibt. Von Limonsiner

 Emailen des sechzehnten Jahrhunderts, chinesischen Emailen auf

weisscm Grunde und Dosenmalereien waren gute Repräsentanten und

von der zuletzt genannten Gattung von den Herren Zdekauer, Pfeiffer

und Lanna ganz Vortreliliches ausgestellt. i

Von alten Glasmalereien: eine hübsche Scheibe aus dem fünfzehnten

Jahrhundert (1730) und einige brillante Fensterchen aus dem sechzehnten

 Jahrhundert, ersteres Hrn. Anton Richter, letztere Hrn. Dr. C.

S chäffne r gehörig.

Die Abtheilung fur Schritt, Druck und graphische Künste hatte,

wenn genügender Raum vorhanden gewesen wäre, zu einer besonders für

die Geschichte der Handschriftenmalerei höchst wichtigen Zusammenstellung

 werden können, denn eine unvergleichliche Menge der schönsten

derartigen Kunstdenkmäler enthalten sowohl die Prager Universitäts-15'


            
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