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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 49)

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die Veranstalter die Arbeiter selbst sind, und dass nicht nur die in Wien

wohnhaüen, sondern alle österreichischen Arbeiter sich an derselben betheiligen

 konnten. Dass die Zulassung der Kronländer an dem thatsächliehen

 Verhütnise nicht zu viel ändern werde, liess sich voraussehen,

denn die wenigsten Arbeiter sind im Stande, den Opfern an Zeit und

Geld, welche die Herstellung einer grösseren oder besonders schönen

Arbeit erfordert, auch noch die verhiiltnissmässig bedeutenden Transportkosten

 beizufügen. Sagt doch das Vorwost zu dem Katalog dieser Ausstellung

 wörtlich: „In den meisten Fällen, wo wir vor einem solchen

(nämlich einen grossen Capitalswerth repräsentirenden) Werke, geschaden

durch einen Arbeiter, stehen, hat der Fabricant demselben mit Rohmateriale

 und Zeit unter die Arme gegriffen, um auf diese Weise der Welt

zu zeigen, welch' geschickte Arbeitskraft er zu den seinigen zählt." Wir

freuen uns dieses Zeugnisses recht sehr, denn weit häufiger begegnet

uns die Klage, dass der Febricant seinen geschickten Arbeiter nicht bekannt

 werden lassen wolle, oder dass er gar dessen künstlerischer Ausbildung

 Hindernisse bereite, weil er in ihm nur den künüigeu Concurrenten

 sehe. Aus den citirteu Worten klingt etwas wie ein Vorwurf

oder doch wie eine Verwahrung heraus, dass man ja nicht den betreifenden

 Fabricanten uneigennützige Motive undichten möge. Aber müssen

denn nicht die Arbeiter am allermeisten mit demjenigen Arbeitgeber zufrieden

 sein, welcher in solcher Weise seinen Vortheil versteht? Wenn

beide Theile sich gegenseitig fördern, weil jeder das eigene durch das

Gedeihen des andern bedingt erkennt, so ergibt das ein klares gesundes

Verhältniss, wie es besser in keinem socialistischen System ausgesonnen

ist. Redende Beweise daiiir liefern z. B. die Arbeiten aus Hrn. C. Gianfs

Atelier: da ist das naturgemässe Zusammenwirken von „Capital und Arbeit",

 intelligente kunstverständige Leitung und technische Fertigkeit

Ueberhaupt zeigten die Objecte der Weberei in dieser Ausstellung

wie die Zeichnungen tiir diese Industrie am meisten Stylreinheit. Wir

sahen gixte Seiden- und Sammtstotfe und Bordüren von A. Kastner, Jac.

Demel, Fr. Katzenschlager, Fr. Techet u. A. und treifliche Musterzeichnungen

 von Anton Rigler sen. und jun. Sehr tüchtige Arbeiten fanden

sich auch aus dem Gebiete der Kunsttischlerei und der Holzschnitzerei,

namentlich Möbel mit verschiedenen Hölzern, oder mit Elfenbein, Metall

 etc. eingelegt von Uehermanowicz, Schalhas u. A., Kmdenziiillung von

Laubheimer, eine Schreibgarnitur aus Birnbaumholz von Panigl u. a. m.

Ferner verdienen Bijouterien in Silber und Bronze, in gravirtem Bernstein

 (von N. Ferlinger), Grsvirsrbeiten aller Art (vorzüglich von Andr.

Neudeck), Meerschaumschnitzereien, endlich Decorationsmuster von Holderied

 und Drechslerarbeiten von Weil Erwähnung.

Die hier aufgezählten Objecte gehörten der Rubrik „Kunstgewerblichc

 Arbeiten" an. Aber auch in der zweiten Abtheilung "Gewerbliche
            
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