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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 21)

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(Das englische Ausslellunasbudlet für die Pariser Weltausstellung.)

Alle WVelt ist darüber einig, dass die englische Ausstellung in Paris eine vortreifliche ist,

aber wenige wissen, wie viel England, das durch die grosse Nachbarschaft und den Seeverkehr

 so ausserordentlioh begünstigt ist, für diese Ausstellung verwendet. Da das Budget

der englischen Regierung für die diesjährige Session des Parlamentes vor unsern Augen liegt,

so sind wir in' der Lage, ganz positive Mittheilnugen darüber zu machen. Mit Anwendung

 der griissten Sparsamkeit kostet die englische Ausstellung bisher llßßil) Pfd. Diese

Summe vertheilt sich in folgender Weise:

l. Die innere Einrichtung kostet   l6,1(X) Pfd.



 

 

2. die Gebäude und Constructionen a a  . 23,065 „

3. Ausstellungen für alte und moderne Kunst.... 11,050 „

davon fallen auf die moderne Kunst 6500 Pfd. und auf die hrstoire

de travail 4550 Pfd.;

4. die Ausstellungsobjecte der englischen Regierung kosten... 11,490 „

davon fallen auf die Ausstellung des Kriegsministeriums

2087 Pfd., auf die Marineministerien 2653 Pfd., auf das Unterrichtsrninisterium

 2500 Pfd. u. s. f.; '

5. Management, Bewachung und Reinigung belaufen sich auf... l4,755 „

davon fallen auf die Polizei, Dienerschaft und die Aufsicht 4500 Pfd.;

G. die Kosten der englischen Ausstelluugsconrrnission mit Inbegrid





der Drnckkosten sind veranschlagt auf...... .. 17,190 „

7. die Kosten frir die Jury sind veranschlagt auf 12,000 „

8. für Fracht und Transport sind bewilligt , .  .. . . 8,250 „

9. frir die königl. Commission in London und Paris seit dem Mai

l865isteins Sununevon . . . . . . . . ..   .. .. 2,750 „

bßmmßt- In Summa 116,050 Pfd.

Es wird in diesem Berichte jedoch gesagt, dass die Einhaltung dieser Summe nu-r

bei iiusserster Sparsamkeit möglich ist und es ist sehr wahrscheinlich, nach Allen, was

man aus Paris hört, dass im nächsten Jahre das englische Parlament noch einen Nachtragscredit

 zu bewilligen haben wird.

(Wellausstellungs-Literatur.) Die Pariser Weltausstellung ruft eine ganze

Literatur hervor. die sich auf dieselbe entweder direct bezieht, oder iudirect mit ihr im

Zusammenhangs steht. Zu der letzteren Reihe von Büchern gehören in ersrer Linie der

„Paris Guide par las principaux ccrivains et artistes de. lu Fram-e" Paris (Librnirie

internationaler, und das Werk von Dervynk et Dubuis Jlistoire des expositions"

(Paris chez Grolier). Auf das letztgenannte Werk werden wir ausiiihrliclr zurückkommen.

Von dem „Paris Guitle" ist der erste Band (8' 902 Seiten) mit Illustrationen erschienen.

Der Einleitung von Victor Hugo folgt eine Abtheilung ,.la Science" mit einer Geschichte

von Paris und eine Beschreibung aller höheren Unterrichtanstalten, und eine zweite Abtheilung

 .,l'Art" mit Berichten über die Museen. Monumente, Theater, Kunstschulen und

g-rossen industriellen Institute. Die ersten Schriftsteller Frankreichs, L. Blanc, E. Renan,

Michelet, Littre, A. Darcel, Viollet-le-Dnc, A. Dumas, A. F. Didot u. s. f. haben sich an

diesem Werke betheiligt.

Unter der Ausstellungsliteratur im engeren Sinne nehmen in erster Linie die illustrirten

 Publicationeu unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Unter den deutschen

Pnblicationen der Art nimmt der Brockhauische .,Illustrrrte Katalog der Pariser

Industrie-Ausstellung von X867" den ersten Rang ein; unter den nichtdeutschen Puhlicationen

 sind die englischen den französischen unbedingt vorzuziehen. Die Fiihrersehaft der

englischen illnstrirten Literatur hat das englische Kunstblatt ,.The Art-Journal" in die

Hand genommen. Von demselben erscheint „The lllustrated Catalogue" rnit

30.000 Holzschnitten und 600 Kupferstichen und ist dem Kaiser der Franzosen gewidmet.

Auch die Wlllustratcd London News" bringen gute Illustrationen nach Werken

der Pariser Weltausstellung. Das beste Werk bleibt aber der „lllustrated Cataloge"

des Hrn. Hall, des Herausgebers des Art-Journal. Das Werk erscheint vollständig; es

ist nicht nöthig zugleich auf das Art-Journal zu prüuurneriren. Das englische Ausstellungscornitä

 in Paris geht gleichfalls mit dem Gedanken nur, einen kurzen illustrirten Ausstellungsberivht

 zu verödentlichen. Das Hauptwerk der englischen lllustrations-Literatur

wird aber wohl J. B. Warings "Chefs d'oeuvre of decorative Art ancient und

modern at tbe Paris Universal Exhibition of 1867" in 100 ehromolithographimn Tafeln

(Preis 17 S. 10 sh.) bilden, welches mit Unterstützung des englischen Unterrichtsnrinisteriums

 (Comrnitee of the Concil on Educatiuxr) im Laufe des Jahres noch ausgegeben

werden soll.
            
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