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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 24)

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sie natürlich auch manches Geiällige, Reizende (und Gelungene dar, anderseits gibt el 
eine Menge gewöhnlicher Arbeiten, die sich, wie z. B. Ketten und Armbänder, durch Plump- 
heit auszeichnen, während zugleich allem Widersinn und Ungeschmaek Platz gelassen ist. 
Von dieser letatereu Art sieht man unter Anderem ein Beispiel an einem Annbande mit 
einer Uhr, die mit gewalügem Riegel und mächtigen Vorhängeschloss versperrt ist. 
Von Bedeutung erscheint bei. dieser Verbindung der Goldschmiedekunst mit der 
Uhrenfabricaüon, dass sie die Emaillirkunst, die sonst überall in der modernen Goldschmiede- 
kunst vernachlässigt werden, mehr als anderswo in Uebnng erhalten hat, weil es hier zu- 
meist auf ein Haehgehaltenes Ornament anknlmnt. So ünden wir denn bei den Schweizer 
Uhren und Bijouterien nicht blos die Emailnxalerei auf weissem Sehmelzgrunde, wie sie im 
17. und 18. Jahrhundert vorzugsweise mit griisster Feinheit miniaturartig gepflegt war, 
sondern auch das transparente ornamentale Email mit durehsehimmerndem Goldgrunde, 
obwohl hier die Glut der alten Farben nicht erreicht scheint. Originalität dürfen wir hier 
freilich auch in der Zeichnung nicht suchen. Der Schweizer, eminent industriell, geht 
ganz mit der Zeit; er seham sie nicht, aber er ist immer auf ihrer Ferse, und in den 
Dingen, wo die Gemiithlichkeit aufhört, ist er auch mit seinem nationalen Latein zu Ende. 
(Wiener Ztg.) 
Kleinere Mittheilungen. 
(Geschenke an das Museum.) Von Herrn Bildhauer Pokorny das Modell 
eines Kapitliles nach der Zeichnung Th. Hansen's ausgeführt im Palais Todesco; - von 
Herrn Felix Lay in Essegg ein vollständiges croatisches Costurne; - von Frau Helene 
v. Vetsera in Coustantinopel eine Tischdecke als Muster einer orientalischen Hand- 
stickerei; - von den Herren Christofle ä Comp. in Paris eine sehr interessante 
Sammlung von vortrelflich ausgeführten galvanoplastischen Ornamenten für Rahmen und 
Möbel, 250 Stück auf sieben Tableaux. 
{Besuch des Museums.) Die Anstalt wurde im Monate August von B097 Per- 
sonen besucht. - 
(Neu ausgestellte Gc-geusläinde.) Am 14. August: Armenische Manuscripte 
mit Miniaturen, Eigenthum der Mechitharisteu-Congregntion; ein männliches Porträt von 
Balthnsar Denuer, Eigentlmm des Herrn Grafen Max Moltke; ein Pocsl in Silber ge-x 
trieben, 17. Jahrh., Eigenthum des Juweliere Herrn Matzenauer; eine indische Decke 
und ein persischer Teppich, Eigenthnm des Herrn Consuls Ritter v. Friedland; das 
Gypsmodell eines Säulenkapitiils, nach dem Entwurfs des Architekten Hausen im Palais 
Todesco ausgeführt vom Bildhauer Jos. Po knrny. 
Am 23. August: Ein Cartou, „die wilde Jagd", gezeichnet von G. Wertheimer, 
Schüler der Malerschule des Prof. Führich an der k. k. Akademie der Künste; „Ulysses 
auf Ithaka", Gypsmodell vom Bildhauer J. Langl; Aquarell-Porträt des Kaisers Napo- 
leon IIL, gemalt von J. Win eck y; eine neue Serie von Bsisebildsrn aus Spanien, chroma- 
lithographirt nach den Aquarellen des Fürsten A. Mstschefsky, Eigenthum Sr. Exc. des 
Grafen Edmund Zichy; eine Suite von prachtvollen Kupferstichen Albrecht Diirefs, 
Eigeuthnm des Fürsten Ferdinand Kiusky; eine Vase von Alt-Wiener Porcellan, Eigen- 
thum des Herrn Strasser; neue französische Metall-Reproductioneu, darunter eine Vase 
aus der römischen Kaiserzeit, gefunden 1862 auf dem Schlschtfelde von Alisium, in Metall 
copirt von Bsrhedienno nach dem im Besitze des Kaisers Napoleon belindlicheu Origi- 
nale; Schale von Eisen, mit Gold tauschirt, indische Arbeit; Teller von Fayence mit 
Regenbogenglanz, neue Arbeit aus der Fabrik zu Doecia bei Florenz, w disznletzt ge- 
nannten Gegenstände sämmtlich Eigenthum des Herrn B. v. Friedland; eine Serie von 
Photographien nach Möbeln der neuesten französischen Facon, gearbeitet nach den Ent- 
würfen von Prignot und der Firma Mazaros-Ribaillier k Camp. in Paris. 
Am 30. August; Proben von japanesischem Fubendruck auf Papier, Eigenthum 
des Herrn C. Trau; eine Blumen-Stickerei, moderne Arbeit, Nachahmung älterer Teeli- 
nik; eine Stickarbeit von Bäuerinnen aus der Bnhowina} ferner Gegenstände, welche das 
Museum auf der Pariser Ausstellung erworben hat, u. z. eine Emailvlse von Elkington 
in London, indische Gefässe aus Eisen mit Silber tauschirt, und moderne Sohlolserarbeiten 
von Huby in Paris. 
lbruelzung auf der Beilage.
	        

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