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welchelfür die Form der Darstellung gleichgiltig ist oder sie nicht zu
würdigen versteht, der Markt selbst im Innern des Staates mehr und
mehr beschränkt.
An Oesterreich tritt daher in Folge dessen die Nothwendigkeit gebieterisch
heran, die Lehren dieser Ausstellung in ähnlicher Weise zu
benutzen, wie dies England bereits mit günstigem Erfolge gethan.
Die Beweglickeit und Gewandtheit, welche die meisten Stämme
unseres vielsprachigen Vaterlandes zieren, lässt diese Aufgabe als eine
ganz dankbare erscheinen. Mehr denn irgendwo dürfte sich in Oesterreich
der Satz bewahrheiten, dass ein Staat, in welchem nicht nur Kunst
und Wissenschaft sich der gebührenden Pdege erfreuen, sondern auch
die gewerblichen Erzeugnisse von dem Adel der Kunst durcbweht sind,
sich reiche Einkommensquellen erschliesst, seinen Bürgern behaglichen
Lebensgenuss und dem Gemeinwesen eine mächtige AnziehungskraR
sehadt.
Allerdings haben in Frankreich eine Reihe von Umständen dazu
beigetragen, ihm, man möchte sagen eine gewisse Virtuosität in der Formbehandlung
zu erringen. Solche Reibung der Geister, so innige Berührung
zwischen dem sehaifenslustigen Talente und dem genusssucbenden
Capitale, wie sie Paris zur Hochschule des Geschmackes machen, lassen
sich nicht künstlich schaffen; allein gewisse natürliche Bedingungen, wie
wir sie glücklicherweise besitzen, als gegeben vorausgesetzt, kann die
kundige Hand des Staatsmannes immerhin Grosses schaffen.
Als das zwcckdienlichste Mittel, in dieser Richtung Reformen mit
Erfolg anzubahnen, erscheint die Geschmackspdegc durch die Schule.
Das Museum hat, wie bereits bemerkt, durch seine Sammlungen an
Büchern und Kunstwerken, durch seine ausgezeichneten Gypsabgüsse und
Photographien, durch Ausstellungen und Vorträge sich eine nicht genug
anzuerkennende Bedeutung errungen; allein zu seiner vollen Wirkung
genügt es nicht, dass es reiche und schöne Mustersammlungen besitze
und sie mit anerkennenswertber Liberalitat zugänglich mache, genügt es
nicht blos, dass Einzelnen das Verständniss des künstlerischen Schaffens
erschlossen werde, sondern es muss das Verständniss der Bedeutung der
Form, es muss die Freude an einer gefalligen Darstellung auch in den
Massen geweckt werden, Sendlinge müssen hinausgehen, welche, selbst
begeistert für die Kunst und von Liebe erfüllt für das Gewerbe, den
empfangenen Samen hinaustragen und keine der Formen, in welchen das
gewerbliche Schaffen sich äussert, für ihr Wirken zu gering erachten -
eine Kunstgewerbeschule mit Einem Worte ist es, von der allein
zu erwarten steht, dass unsere Kunst-Industrie durch sie befähigt werde,
auf dem Welnnarkte erfolgreich zu concurriren.
Am Sitze eines der bedeutendsten und namhaResten Industriezweige
Oesterreichs, hielt sich die ehrerhietigst unterfertigte Kammer für berufen,