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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 22)

"'31 MITTHEILUNGEN wg"- 
Zweiter Jahrgang. 15. Juli 1867. 
k. k. österr. Museums für Kunst 8:. Industrie. 
(Monatschrift für Kunst 8a Kunstgewerbe.) 
(Am 15. eines jeden AMonats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr 3 ü. ö. W. 
Rednctenr Dr. G. Ihn. Expedition von C. Geroldh Sohn. Man abannirt im Museum, bei 
C. Geroldü! Sohn, durch die Postanstalten, sowie durnh alle Buch- und Kunsthandlnngen.) 
nun: min-u Kunltindultrle. - m. Jänolo impemu xpecille u. Duuin u a. lhthnmlliqna: ponr 
Fßppliudun du Bulnx-Arts et i'llldlllll'iß' in Pnris. - Die Knnllindllslrie Spmiens In du Pnriuer 
Ausstellung. - Heber den Bllhnd du König]. Knnslgeverheaelzule In Nürnberg. - Kleiner! Milv 
thellnngen. - Knnnfblittorummlnng. 
Belgiens Kunstindustrie. 
So klein Belgien ist, so gilt es auf dem Gebiete der Industrie und 
der Kunst als ein Musterland. Fast alle Zweige der Industrie und Kunst 
werden in Belgien gepflegt. Die Finanzen des Landes sind geordnet, die 
Verkehrsmittel vortreülich, Unterrichtsmittel aller Art im Ueherllxissr 
vorhanden. 
Im J. 1865 repräsentirte der Import den Werth von 2l21,363,695 
Francs, der Export von lS05,950.207 Fres, w Ziffern, die deutlicher 
sprechen, als es Worte vermögen. 
Im J. 1843 kostete der Primärunterricht Belgien 21550000 Frcs., 
im J. 1864 1l,O00.000 Frcs., für das Jahr 1867 sind l2,000.000 Frcs. 
veranschlagt, - Summen, die sich auf den Staat, die Provinzen und 
Communen vertheilen. Für Lehrer entfielen von dieser Summe im Jahre 
1843 1,850.000 Frcs, im J. 1866 6,684.000 Frcs. Die Zahl der Volks- 
schulen belief sich im J. 1843 auf 2070, im J. 1865 auf 3400. 
Die Zahl der Universitäten beträgt in Belgien 4, die Zahl der 
Kunstschulen 45 rnit 10.000 Schülern; Museen existiren in fast jeder 
grösseren Stadt. 
Diese allgemeinen Bemerkungen vorausgeschickt, theilen wir an der 
Hand des oEliciellen Weltausstellungskataloges einige Notizen mit, be- 
treffend einige Zweige der Kunstindustrie. Sehr lehrreich sind die An- 
gaben über den gegenwärtigen Stand der Spitzen-Industrie. 
Belgien ist das klassische Land für S pi tzen-Industrie. Es werden 
daselbst viererlei Arten von Spitzen erzeugt: Die Mahnen-Flachs- 
spitzen, - die dentelles de Grrammont, Baumwoll- und Seidenspitzen, - 
die Brüssel}; Spitzen und die sog. Valenciennes. 
Die Malines sind gegenwärtig nicht in der Mode; sie werden zu 
Antwerpen, Mecheln (Malines), Lüttich, Turnhaut u. s. f. erzeugt. - 
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