Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 22)

378

Die Miuderhegabten oder solche, welche eine vorwiegende Anlage und Neigung zu

einer ku.nst- oder baugewerblichen Richtung zeigen, erhalten ihre künstlerische und technische

 Ausbildung in allen hierauf bezüglichen Fächern.

Es liegt in dem Plane der Wirksamkeit der Schule nicht allein, die Schüler in ihrer

Ausbildung zu fördern, sondern auch die entstandenen Studien fiir alle Bedürfnisse des

Lebens anzuwenden. Von Seite des Staates, der städtischen Behörden und Kirchenverwaltung

 des In- und Auslandes ergingen bereits grüssere Außräge an die Anstalt selbst,

welche von den Schülern und Lehrern ausgeführt wurden.

So entstanden für die St. Sebnlduskirche in Nürnberg eine neue Kanzel, für Heilbronn,

 Poppeureuth die innere Ausstattung mit Altären, Kanzeln, Portalen u. s. w. Für

andere Kirchen wurden Altargemiilde, Leuchter, Crucitixe in der Schule hergestellt. Für

die Malerei eröGnete sich ein weiteres Feld durch die Cultivirung der Nürnberger Glasmalerei.

 Zahlreiche Entwürfe und Gartens zu Glasgemülden entstanden in der Anstalt.

In profanem Gebiet beschäftigte die Schule in mannigfaltigster, sowohl in künstlerischer

 wie kunstgewerblicher Beziehung die Schüler.

Besonders wurden Werkzeichnungen und Modelle fiir bauliche Zwecke, ferner für

Brunnen, Möbeln, Hausgeräthe ausgeführt und den Gewerken verabfolgt.

Zum ersten Male trat die Schule bei Gelegenheit einer in München von höchster

Stelle veranstalteten Ausstellung sämmtlieher technischer Lehranstalten Bayerns im Sommer

1863 vor die Oeßentlichkeit.

Die entschiedenen Erfolge, welche die Schule damals darlegte, hatten zur Folge,

dass von auswärtigen Regierungen das Ansuchen gestellt wurde, die Schiilersrbeiten der

Anstalt an verschiedenen Orten zur Anschauung zu bringen. So wurde eine derartige Ausstellung

 der Schule von Modellen und Zeichnungen in Stuttgart mehrere Monate hindurch,

ferner in Wien und Carlsruhe veranstaltet.

Zahlreiche Modelle sind sowohl von den bayerischen als auch auswärtigen Lehranstalten

 als Vorbilder benützt worden, mit dem Bestreben, die Lehrmethode der hiesigen

Schule auch dort einzuführen. Das Lehrerpersonal besteht aus

dem Director A. v. Kreling;

den Professoren: F. C. Mayer, G. Eberlein, G. Jäger, F. Wanderer, W. Düll;

den Lehrern: A. Ortwein, B. Klingenstein, Ch. Lenz, J. Baumeister,

und den Hilfslehrern: J. G. Wolff, Dr, Göschel.

Kleinere Mittheilungen.

(Ankäufe des Museums auf der Pariser Weltausstellung.)

Die diesjährige Pariser Weltausstellung mit ihrem unermesslichen Reichthum

 an Schätzen der Kunst und Kunstindustrie bietet eine ausserordentliche

 Fülle solcher Gegenstände, die als mustergiltig und zur Erweckung

neuer, in Oesterreich nicht geübter Zweige der Kunstindustrie für das

Museum von grosscm Nutzen wären und deren Erwerbung sich früher

oder später als Nothwendigkeit herausstellen wird. Die Gelegenheit hiezu

wird sich vielleicht nie wieder in gleicher Weise ergeben, da sich alle

competenten Stimmen darüber einigen, dass die nächstfolgenden Ausstellungen,

 wann und wo sie auch stattfinden mögen, nur nationellc und gegenständlich

 partielle sein dürften, die Reihe der Weltausstellungen aber

mit der Pariser Ausstellung des Jahres 1867 für lange Zeit abgeschlossen

sein möchte, weil überhaupt das Höchste erreicht wurden ist, was zu

leisten war und ein Ueberhieten nicht möglich erscheint, sowie weil andererseits

 die Herstellungskosten auf das Enormste gestiegen sind. Es

erscheint darum die Ausstellung nicht blos als eine in eminentester Weise

günstige Gelegenheit zu Erwerbungen für das Museum, sondern auch als

eine Gelegenheit, die, wenn sie nicht benützt wird, verloren sein dürfte.

Die Direction des Museums hat nicht verfehlt, vom Anfange an diese hesondere

 Bedeutung der Weltausstellun zu würdigen und war bemüht,

die Mittel, die ihr zu Ankäufen zu Ge ote stehen, für jene Möglichkeit
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.