Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 22)

371

zur Fabrication von Glas nöthig sind. 35 Fabriken beschäftigen 3500

Arbeiter, und der Werth des Glases, welches in diesen Fabriken erzeugt

wird, belief sich im Jahre 1865 auf 12,378.000 Frcs. Nach dem amerikanischen

 Kriege hat die Glasindustrie einen bedeutenden Aufschwung

genommen und in diesem Jahre kann man den Werth des in Belgien erzeugten

 Glases auf mehr als 20 Mill. Fres. schätzen.

Das belgische Glas ist für den Export bestimmt. Es exportirt sehr

viel nach Amerika, nach England, nach Holland, aber auch nach den

Hansestädten, nach der Türkei und nach Oesterreich. Der Export des

belgischen Glases nach den letzteren Punkten ist für Oesterreich selbstverständlich

 von grösster Wichtigkeit.

Der hauptsächlichste Export des belgischen Glases betrifft Fensterglas;

 während im Jahre 1864 Fensterglas nach Belgien im Werthe von

6000 Frcs. eingeführt wurde, wurde belgisches Fensterglas im Werthe

von 8,875.428 Frcs. ausgeführt. Die Hälfte dieses Betrages geht auf den

Handel von England, Amerika. und Holland. Auf die Türkei fallt die

Summe von 749.490 Frcs., auf die Hansestädte 667.194, auf Oesterreich

152.172, auf Italien 118.693, auf Egypten 148.567 Frcs.

Der Werth des Flaschenglases belief sich im Jahre 1864 auf

976.000 Fros., im Jahre 1865 auf 1,003.000 Frcs.

Das Krystallglas wird zumeist in der Provinz Namur, Val Saint-Lambert

 und Seraing verfertigt. Es repräsentirte im Jahre 1864 einen

Werth von 3,76825? Frcs, während es in den Jahren 1840-1850 nie

die Summe von 850.000 Frcs. erreicht hat. Der Handel mit Krystall

und decorirtem Glase geht vorzugsweise nach Amerika, England, denf

Hansestädten und Preussen.

Spiegelglas wird vorzugsweise in den zwei grossen Etablissements

Sainte-Marie d'Oignies (Hainaut) und Florette (Namur) erzeugt.

Porcellan, Fayence und Luxns-Poterien werden in den Orten

Tournai, Saint-Vaast. Jemappes erzeugt. In Tournai wird weiches Porcellan

 gearbeitet; hartes Porcellan wird nach Belgien vorzugsweise aus

Sachsen und England eingeführt. Die Fabrication von hartem Poreellan.

welche in Frankreich so kolossale Dimensionen angenommen hat, wird in

Belgien erst seit 1820 betrieben und gegenwärtig in Hainaut (Baudoier

und Saint-Vaast), Brabant (Bruxelles und Hal), Namur (Saint- Servais

und Andenne).

Obwohl man in Belgien genöthigt ist, Caolin aus dem Centrum von

Frankreich zu beziehen, so hat man doch durch Verbesserungen, welche

in der Behandlung der Massa, in der Beheizung u. s. w. vorgenommen

wurden, Fortschritte in der Fabrication des Porcellans gemacht.

Für Belgien hat auch die Thonpfeifen-Industrie eine ganz besondere

Bedeutung.

22'
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.