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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 51)

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Denn diese Verbindungen sind auch keineswegs wirkungslos oder indilferent,

wenn sie mit Kalk zusammen so hoch erhitzt werden, wie das beim Brennen de

Fall ist. v

Der aus solchen Steinen gebrannte Kalk nämlich löscht sich nicht mehr,

wenn er mit Wasser zusammenkommt, er hat sich , wie man in der Praxis sagt:

„todt gebrannt."

Wir haben uns zunächst klar zu machen, worauf die auffällige Erscheinung

des Kalklöschens beruht.

Wenn man guten, aus reinem kohlensaurcn Kalk gebrannten Aetzkalk mit

Wasser übergiesst, so wird dieses zuerst begierig und mit einem zischenden Geräusch

 eingesaugt wie von einem Schwamm. Bald darauf erwärmen sich die Stücke,

sie werden immer heisser, fangen an zu dampfen und es beginnt von innen heraus

 eine Bewegung; sie beraten, blühen sich auf und unter fortdauemder Temperaturerhöhung

 zerfallen sie zu einer grossen Menge eines feuchten Pulvers, einer

viel grösseren. als diejenige wäre, die man durch blosses Zerreiben und Zerstossen

aus ihnen erhalten hütte.

Bringt man mehr Wasser hinzu, so zergeht dieses Pulver darin zu einem

homogenen Brei oder Schmant, der zum Theil in Wasser löslich ist; denn verdünnt

 man mit einem Ueberschuss von Wasser, lüst absitzen und zieht das Klare

vom Bodensatz ab oder ültrirt es, so findet man es von stark laugenhaftem Geschmack,

 stark alkalischer Reaction, beim vorsichtigen Verdunsten bei Luftahschlnss,

z. B. unter der Luftpumpe, einen farblosen Rückstand hinterlassend.

Diese wässerige Lösung ist höchst empfindlich für freie Kohlensäure. Schon

die ganz kleinen Mengen dieses Gases, die sich in der Luft befinden, machen

sie beim Stehen in einem oGenen Glase von oben herab trüb, beim Schütteln

damit entsteht ein türmlicher Niederschlag, noch schneller heim Durchleiten reiner

Kohlensäure. Dieser Niederschlag ist nichts anderes als kohlensaurer Kalk, künstliche

 Kreide, wenn man will, dieselbe Verbindung, von der wir bei der Darstellung

 des Aetzkalks ausgegangen waren.

Ganz ebenso verhält sich der Kalkbrei; auch er wird in Berührung mit

Kohlensäure allmiilig wieder total zu fein vertheiltem kohlensanren Kalk. Vor

dieser Berührung würde er sich in einer Säure, in Essig z. B., ohne weiteres klar

gelöst haben; nach derselben löst er sich auch, aber diesmal unter heftigem Brausen.

 Die aufgenommene Kohlensäure wird durch die stärkere Säure ausgetrieben.

Die Lösungen selbst sind identisch.

Wägt man ein Stück reinen gebrannten Kalk genau ab, löscht es dann vor

sichtig und unter Verhinderung von Verstänhung mit wenig Wasser zu einem

Pulver, und setzt dieses Pulver dann längere Zeit einer 'l'emperatur von 1000 C.

ans, einer Temperatur also, bei der das Wasser nothwendig wieder verdampfen

müsste, wäre es blos mechanisch beigemischt, so findet man nach diesem Trocknen

 bei einer zweiten Wägung eine auffallende Gewichtszunahme.

100 Gewichtstheile angewandten Aetzkalks geben so gelöscht und dann getrocknet

 132 Gewichtstheile dieses Pulvers, welches nunmehr den Ueberschuss von

32 Gewicbtstbeilcn Wasser oifenbar in fester, d. b. chemischer Verbindung enthalten

 muss. .

Dass beim Zusammenbringen des Wassers mit dem gebrannten Kalk eine

energische chemische Action stattgefunden haben muss, konnte nns auch die dabei

auftretende Temperaturerhöhung beweisen, die, wenn auch in verschiedenem Grade,

immer eintritt, wenn zwei Körper sich chemisch verbinden.

Im vorliegenden Falle ist sie so gross, dass, nimmt man das Löschen z. B.

in einer Blechbüchse vor, sich auf dem Deckel aufgestrentes Schiesspnlver entzündet.

Verbindungen, die in solcher Weise chemisch gebundenes Wasser enthalten,
            
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