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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 68)

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Weise den Entwicklungsgang und die grossartige Bedeutung unseres

Künstlers schilderte. Für den Monat ,Mai ist nun eine Ausstellung der

Werke, Diirer's veranstaltet, wie sie an Interesse von keinem anderen Orte

ühertroden, ja nur erreicht werden kann. Und dennoch verhinderten allein

die unzulänglicben alten Räumlichkeiten des Museums sie noch bedeutender

 zu gestalten und sie dort vollständig zu machen, wo man jetzt sich

mit einer Auswahl begnügen musste. Von den Oelgemälden Dürer's sah

man bei dieser Ausstellung ab, da sie ja im Belvedere ohnehin- und andere

 existiren hier nicht - allen Freunden der Kunst allhekannt sind.

Dagegen war es die Absicht, die Ausstellung von Handzeichnungen, in

denen sich des Meisters Originalität am ursprünglichsten und unmittelharsten

 oEenbart, so reich und interessant wie möglich zu machen. Die

Sammlungen der Albertina, die allein mehr als hundert Zeichnungen

hergeliehen haben, wurden mit vollkommenster Liberalitat zur Verfügung

gestellt. Die übrigen wurden von der kaiserlichen Hofbibliothek und der

Amhraser-Sammlung, von den Herrn Baron Dräxler, Alfred Ritter v.

Frank in Graz und Herrn Gsell mit freundlichstem Entgegenkommen

dem Museum für die Ausstellung überlassen. Von den Kupferstichcn und

Holzschnitten erlaubte der gegebene Raum nur einen Theil für die Ausstellung

 zu benützen. Es wurde die Auswahl aber so getroffen, um erstens

alle Hauptwerke, und zwar in glänzenden Abdrücken, vertreten zu haben,

zweitens aber auch mit Berücksichtigung aller eigenthümlichen Richtungen,

 selbst der wissenschaftlichen, iu denen sich der vielseitige, umfassende

 Geist des Meisters kundgegehen hat. Die Stiche und Holzschnitte,

welche zur Ausstellung gelangt sind, stammen aus den bereitwilligst eröffneten

 Sammlungen der Herren Artaria, v. Heintl, Exc. R. v. Hauslab;

 einen Theil hat das Museum selbst aus seiner Sammlung von Ornamentstichen

 dazu beigetragen. Die Sammlung von Originalhandzeichnungen

hat noch eine bedeutende Ergänzung durch Photographien solcher Zeichnungen

 erhalten, die sich in England, Frankreich und Italien befinden.

Sie stammen zum grössten Theil ebenfalls aus der Alhertina.

Solchergestalt ergänzt, bietet die Ausstellung der Handzeichnungen,

wie schon erwähnt, ein ganz ungewöhnliches Interesse, ein Interesse, das

sich noch dadurch erhöht, nls sich um Echtheit oder Unechtheit mancher

bisher hochberühmter Zeichnungen, die aus Veranlassung des kommenden

festlichen Tages verößentlicht werden sind, ganz neuerdings ein Streit

erhoben hat. Von dem, was die Ausstellung des Museums bringt, dürfte

kaum ein oder das andere Blatt bezweifelt werden. Sollte dieses aber

auch der Fall sein, so ist die Bedeutung, die Anziehungskraft und die

Zahl des Unanfechtbaren so ausserordentlich, dass jene nicht in Frage

kommen. Das Interesse, welches sich gewöhnlich an die Handzeichnuugen

der grossen Meister knüpft, ist, dass sie uns ihre Hand, ihre Art zu

arbeiten zu studiren, vorzubereiten, am wahrsten und unmittelbarsten
            
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