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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 69)

Fsbrieation eine Quelle künstlerischer Vorbilder zu eröffnen. Es wird

daher dem verehrlichen Centralcomite empfohlen, einen geeigneten Sehüle

zum Behufe höherer Ausbildung im Musterzsiehnen an die Kunstgewerbeschule

 zu senden, „selbstverständlich unter der Bedingung, dass er die

erworbenen Kenntnisse, sei es als Musterzeichner, sei es als Lehrer, zum

Nutzen der Spitsenindustrie und der Stickerei im Erzgebirge wieder verwerthe."



„Im Interesse der künstlerischen Vervollkommnung unserer Spitzennnd

 Stickerei-Industrie überhaupt könnten wir es nur freudig begrüsssn,

wenn sich eine rsgeWeehsslwirkung zwischen ihr und dem k.k. Oestsrr.

Museum für Kunst und Industrie in Wien entwickeln würde. Für die

Unternehmer würden die dort aufbewahrten reichen Schätze an Musterbüchern

 und Kunstobjeetsn eine Fülle von Ideen erschließen, sowohl

von ihren Zeichnern zum Entwerfen neuer Muster, als von ihnen selbst

zur Läuterung und Bildung ihres Geschmackes benützbar; undererseiis

würde die unmittelbare Einsicht in den Zustand und das Getriebe der

Spitzenindustrie sowie du aufmerksame Beobachten der Manipulation den

am Museum und an der Knnstgewerheschule thätigen Organen die Ant'-gube

 sehr erleichtern, dieser Industrie durch ausführbare und msrktgängige

Muster unter die Arme zu greifen. A. I.

Die Hossicistensohule in Petersburg.

Es ist eine merkwürdige Erscheinung, dass in Russland, nachdem es einen 'l'hei'l

seiner alten Gulhxr. Religion und Sitten von Byzanz empfangen, in den Künsten diesen

Einduss von sich ziemlich ferngehalten hat. Merkwürdig, weil sonst die Aufnahme derselben

 die stete Folge einer Bekehrung su sein pßegt, nndrerseits dann auch wieder, weil

nahe und entfernte Gebiete, deren Unterordnung unter den Bysantiuismus bei weitem nicht

sa ausgesprochen erscheint, wie s. B. Venedig und andere Orte Italiens, Dnlmatiens etc,

gerade ihre Knnslformen diesem Reiche denken. Von der eigenthiimlicben Baukunst Russlnnds

 haben wir hier nicht zu handeln; sie ruht auf dem gunz eigenthümliehen, phnu-Inslisch

 verwilderten Sinn des Volkes, indem sie höchstens in der Kuppel und im

Tonnengewölbe, wenn man das zugeben will, einigermsssen die byzantinische Urform

ahnen lässt; das übrige erscheint als ein gen: origineller Bnrbxrismns, der allem Abendländischen

 gleich fernsteht. Die Tnfelmnlerei beruht in ihnlicher Weise nur im ersten

Anstoss auf byznntinischer Einwirkung, denn schon sei!- uudenkiiehen Zeiten hnt sich

dieses ursprünglich gebotenen Pnrsdigmsfs eine gleichüslls nntionnlß Manier hesnäehtigl,

welche an Rohheit, Ungeschmnk und Geistlosigkeit selbst die stnrrsten Bilder aus der

Verfnllszeit der griechischen Malerei weit iiberbietet. Jedoch diese Gebiete, Architektur

und Malerei, hängen wenigstens historisch mit der Kunst KonstnntinopePs susnrrnnen, undere

 wie die Goldschniedekunst sind ein älteres, nns Asien mitherübergebrnchtes geistiges

Eigen, die Mosaiksntechnik aber, die das eigentliche Gebiet der byzantinischen Kunst bildete,

 Endet sich mit Ausnahme eines einzigen Falles in dem von dort aus bekehrteu

Russland gar nicht vertreten. Nur in der Kirche S. Sopha in Kiew, dem russischen

Jerusalem, finden sich Mosaikdecorntionen und nur, sonderbar genug, gnns im Style

derjenigen, welche- nicht Canst-snünopefs Kirchen, sondern jene des h. lluszus in Venedig

 zieren.

Die Neuzeit aber hat eingebracht wns die treue Tcchter der neugriechischen Kirche

in den Tagen des Mittelalters au Schmuck und Zier des Gotteshauses von der Lehrerin

nicht gleicherweise aufgenommen. In R0 blüht bekanntlich eine grosssrtigere Mosaikenindnstrie,

 bestimmt, den Dom von S. Peter mit Mosnikluildern uech den Oompositionen der

grauen Meister zu schmücken. Ferner hat sich in neuester Zeit durch die ithernus
            
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