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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 69)

Socken, Bei. Frelh. 1., „Die antiken Bronzen des L k. Müls- und Antiken- 
eabinetes in Wien." Verölfentiieht mit Unterstützung der ksis. Akademie der 
Wissenschaften. Wien, 187i. (B. K. 3139.) 
Der Vnfasser sieht in den kleinen Brunneligürehen und lndsren Gegenständen der 
Gnsstechnih nach mehreren Seiten hin bedeutsame Denkmäler, und bemüht sich in der 
Einleitung sowie im Texte in diesem Sinne darnuüinn, wie dieselben für die Kunstgeschichte 
als Beproductionen berühmter Vorbilder, für die Mythologie als typische Wiederholungen 
bestimmter Oöttzxchnraktei-e, Eir die Geschichte der Arbeit durch Styl und Technik von 
höchster Wichtigkeit sind. Es gelingt ihm, diese Thnßachen klar xu veranschaulichen, 
indem die Beschreibung grlppenweise alle Bildwerke der Sammlung nach den Stoßen Ill- 
umrnsnsmllt, wodurch in vergleichender Wüse sehr lehrreich und anschaulich der Zu- 
sammenhang du Kunst mit re" "s-traditionellen Bedingungen dargestellt wird. Nicht 
weniger treßend wird ferner auf eulturhistorischen Sinn der Erscheinung hingewiesen, 
indern ihr massenhaßes Vorkommen bei oft unkünstlerisdier Form den Beweis liefert, 
dass in gewissen Zeiten die Kunst Lebensbedürfniss gewesen ist und in tausend und aber- 
tansend, wenn auch zuweilen selbst verzerrten Redexeu, ihr Licht über das ganze Dasein 
geworfen hat. - Dass die Nachweisungen und gelehrten Beschreibungen ebenso lleissig 
als belehrend verfasst sind, brauchen wir kaum au bemerken, ihre nähere Würdigung 
muss den archäologischen Fachhlittern vorbehalten bleiben. Von Interesse ist der Nach- 
weis über die Provenienz der in diesem Werke besprochenen Bronzen; sie stemmen zum 
Theil noch ans Maximilian I., Kaiser Rudolf II. und Erzherzog Leopold Wilhelm! Kunst- 
ksrnmern, welche durch Ankäufe, namentlich seit dem Beginn unseres Jahrhunderts, an- 
sehnlich vermehrt wurden. - Die Figuren der 54 Tafeln sind nach Zeichnungen von 
Fetter, Fendi, Schindler u. A. ausgeführt. 
Dr. K. v. Lützow, „S. Maria dei Miracoli zu Venedig". Neu aufgenommen von 
Schülern der Wiener Akademie. I2 Tafeln in Fol. it Text. Wien, B. v. Wsldheim, 
1871. (B. K. 3143.) 
Diese Pnblioation gehört aus mehr als Einem Grunde zu den erfreulichsten Er- 
scheinungen des Wiener Yerlnges. Abgesehen davon. dass die Ausstattung des Werkes 
den Verlegen, insbesondere aber dem Kupferstecher Herrn Bültemeyer und seinen Gehilfen 
Höckner und Közeluch zur Ehre gereicht, freut es uns, dass Prof. v. Hausen mit seinen 
Schülern - Brill, Machytka, Mojsisovics, Prestorfer, Schubert, Thierherr und Wagner - 
die Kirche S. Maria dei Miracoli zu Venedig zum Gegenstands einer speziellen Aufnahme 
gemacht haben; denn diese Kirche ist mehr als irgend ein Benaissancedenkmal Venedige 
geeignet, jüngere Künstler in die Feinheiten der Renaissaneedecoration einzuführen. 
Was zum Verstiindnise dieses Gebäudes, sei es vom kunsthistoriscbeu, sei es vom 
ästhetischen Gesichtspunkte, beizubringen nöthig ist, hat Prof. Dr. K. v. Lütsow ln 
sachkundiger und geschmackvoller Weise in dem Texte gethnn, der neun doppelspaltige 
Folioseiten füllt. 
Das Werk ist glelchmlssig Architekten wie Decontenren und Gewerbeschnlen 
bestens zu emnfehlen. 
All). llg, „Des Buch von der Kunst oder Trsctnt der Malerei des Cennino 
Cennini," übersetzt und mit Einleitung, Noten und Register versehen von A. Ilg. 
Wien, bei W. Braumüller, 187i. (B. K. 3145.) 
Cennino Cennini da Celle di Valdelsa im Florentinischen wurde um 1350 geboren 
kam zu Agnolo Gaddi in die Lehre, dessen Vater Taddeo wieder Schüler Giotto's ge- 
wesen. Um 1396 wählte er Padue als Aufenthaltsort und scheint nach 1410 beiläufig ge- 
storben zu sein. 
Sein Trectat über die Malerei wurde zuerst von Cavaliere Ginseppe Tsmbroni, 
Bmn 1821, edirt. doch unvollständig und nicht correct; um so genauer durch die Milanesi, 
Florenz 1859. Uebersetzt wurde derselbe zuerst von Mrs. M. Ph. Mcrritield, London 1844, 
in's Französische dann von Victor Mattes, Paris et Lille, 1858. 
Das Hauptinteresse an Cenniufs Kunubnche werden natürlich diejenigen haben, 
welche die Technik der alten Mnlerschnlen zum Gegenstand der Forschung machen. Dem 
Studium der Kunstgeschichte, namentlich in der praktischen Hinsicht auf die mechanische, 
handwerkliche Arbeit, werden werthvolle Aufschlüsse geboten. Aber auch von den mo- 
dernen Technikern verdient so manche, für gegenwärtig noch bestellte Gebiete geltende 
Anweisung, Beachtung. Namentlich linden wir die Praxis des Fresco in ganz ausgezeich- 
neter Weise darin erläntert,_nicbt minder die Manier in Seceo zu malen. ("Jopisten von
	        
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