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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 70)

417

Verhältnisse, die sich bezüglich der Löslichkeit u. s. w. noch ergeben,

hier einzugehen, wollen wir für unsern Zweck nur so viel merken, dass

einmal nach dem starken Erhitzen krystallisirter Kieselsäure eine Vergrösserung

 des Volumens und eine Verminderung des spec. Gewichts

eintreten muss, so wie zum zweiten, dass dem eigentlichen Schmelzen

bis zum Verilüssigen der Zustand der Erweiehung, des Sinterns und Zusammenbackens

 der kleinsten bis dahin vielleicht pulverförmigen Partikeln

 vorausgeht.

Der zweite Bestaudtheil unseres Thons, die Thonerde, oder die

Sauerstoifverbindung des Elements Aluminium, theilt mit der Kieselsäure

die Fähigkeit, krystallisiren zu können und auch amorph aufzutreten. Aus

einem ihrer löslichen Salze, z. B. dem gewöhnlichen Alaun durch Versetzen

 seiner Lösung mit Ammoniaklliissigkeit ausgeschieden, erscheint

sie immer als eine kleisterartige, gallertartige Masse. die sich zu einem

weissen Pulver austrocknen lässt. Durch starkes Glühen wird dieses

dicht und hart, unlöslich auch in starken Säuren, während die frisch

gefällte, gallertartige Thonerde sich in Säuren leicht wieder lösen liess.

Sie kennen die krystallisirte Thonerde in mancherlei Gestalt:

der Rubin, Sapphir, der Korund endlich bestehen daraus, und die Verschiedenheit

 des Aussehens rührt nur von kleinen Mengen verschieden

färbender Metalloxyde her.

Die künstlich dargestellte Thonerde lässt sich schmelzen und zeigt

dann das spec. Gewicht 4,15.

Rubin und Sapphir haben das spec. Gewicht 3,5, der Korund 3,9

bis 4,0, und man sieht also, dass die Thonerde durch Schmelzen nicht

an spec. Gewicht verliert wie der Quarz, sondern wohl noch etwas

zunimmt. Ihre Art des Schmelzeus ist überdies etwas verschieden von

der der Kieselsäure. Die Kieselsäure bildet Tropfen oder Kugeln, ist

überhaupt zähdüssig, die Thonerde dagegen wird dünnflüssig und breitet

sich aus.

Bei den Nebenbestandtheilen oder Gemengtheilen des Thons, dem

Kalk, der Bittererde, den Oxyden des Eisens und Mangans hat man keine

Differenzen des spcc. Gewichts vor und nach dem Brennen wahrgenommen,

 wohl aber büssen Eisen- und Manganoxyd wesentlich an Löslichkeit

 in Säuren ein.

Wenn nun die Kieselsäure mit der Thonerde in chemischer Verbindung

 zu Thon sich befindet, so treten beim Erhitzen Erscheinungen

ein, die die Folge der Eigenschaften und des Verhaltens dieser beiden

Bcstandtheile sind. Der Thon ist ein sogenanntes Bisilicat der Thonerde.

 Wird er nur schwach erhitzt, bis zur dunkeln Rothglut etwa, so

dehnt er sich aus, in Folge der Ausdehnharkeit der Kieselsäure. die er

enthält; erhitzt man ihn aber sehr stark, so wird er sehr dicht, harg

was von dem Verhalten der Thonerde in hoher Temperatur herrührt.
            
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