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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1870 / 62)

llßß- MITTHEILUNGEN W31- 
Sechster Jahrgang. de , 15. Novbr. 1870. 
k. k. österr. Museums für Kunst 8:. Industrie. 
(Monatschrift für Kunst 8a Kunstgewerbe.) 
(Am 15. einen jeden Monats erscheint eine Nummer. - Abonuemenlspreü per 5x11! 8 B. iiW. 
Redacteur Bruno Bubher. Expeütioh von C. Geroltlk Sohn. Man abonnirt im Museum, 
bei Gefühl k Camp, dürch die Postahstalten; sowie durch hlle Btich- 11ml Khnsthaudltmgeu.) 
lnhllt: Eine uriblache Bllderhanüuhrlß du XIV. Jlhrhhhdertl. - Multeru 
esltellung du Oumrr. Hu- 
xeuüls. - Flclischulen. - um: an Pliutogrlphiu. (Fortsatz) -'- orlemmgen im lluauh. - 
Bücher-Revue. - Khlneß Mittheilungßh. - Bihllothelu-Kltllng. - lnlßrlt. 
Eine arabische Bilderhandschrift des XIV. Jahrhunderts. 
Kurz nach Veröifentlichung meiner Abhandlung über die liturgischen 
Gewänder der Danziger Marienkirehe (hiitlheil.,1870, Nr. 56 u. 59) ward 
ich durch meine paläographischen Studien auf die im Flügehschen Ka- 
talog unter Nr. 372 verzeichnete Bilderhandscbrift der hiesigen Hofhihlio- 
thek geführt. Die unbestimmte kurze Notiz des Katalogs liess voraus- 
setzen, dass die Bilder mit der Feder gezeichnete Fratzen wären, wie sie 
wohl öfters in arabischen Handschriften kosmographischen Inhalts vor- 
kommen. Aber neinl an es sind siebzig auf Goldgrund ausgeführte 
grosse Gemälde. mit Darstellungen, die uns einen tiefen Einblick in die 
morgenldndisehen Sitten, Gebräuche und Costüme des XIV. Jahrhunderts 
gestatten, denn der Codex wurde in der Abschrift am 29. März 1334 
n. Chr. vollendet. Ich zögere demnach nicht, hier vorläuiig über diesen 
alle Erwartungen iibertreiienden Schatz mittelalterlicher arabischer 
Gemälde in Kürze zu berichten. 
Das Buch, in Grossfolio und aufBaumwoiienpapier, enthält die durch 
Rückerfs geniale deutsche Nachbildung der ganzen gebildeten Welt 
zugänglich gemachten berühmten Maliümen HarirÜs (f 1121 oder 1122 
n. Chi-J"). Die Schriftzüge, wie noch andere Ncbenumstände weisen es 
nach Vorderasien, wahrscheinlich Syrien oder Mesopotamien, und die 
Bilder schlicssen in Uebereinstimmung damit schon auf den ersten Blick 
den sonst leicht fnssbaren Gedanken eines nichtarabisehen, etwa persi- 
schen Ursprungs aus. Der Codex ist deshalb, so viel ich weiss, in 
Europa der einzige in seiner Art. Das ganze erste Blatt ist bedeckt mit 
einem Gemälde, die übrigen 69 Bilder sind kleiner. Die Figuren: Männer, 
') Fr. Rücken: „Die Verwandlungen des Abu Seid von Serug." 
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