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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1870 / 62)

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lassen werden, tritt das Gebäude wieder in den Besitz des Hofes zu ück; wir werden dunkerfillt

 gegen den Kaiser diese Räume im nächsten Jahre verlassen.

Wir haben Ursache, dasselbe Gefühl des Dankes dem hohen Proteetor des Instituts,

Erzherzog Rainer, entgegen zu bringen. Auf seinen Antrag ist das lnstixut entstanden,

auf seinen Amrag erweitert wurden. Es gibt keine, auch noch so unscheinbare unser

Museum betreffende Frage, welcher der Erzherzog als Protel-xor nicht sein lebhaftes Interesse,

 seine klare Einsicht, seine feste Willenskraft und Weltanschauung enrgegeubringen

 würde.

Die politischen Ereignisse und Veränderungen seit der durch das kaiserliche

Rundschreiben vom 7. März l863 erfolgten Gründung (im! Uuseums haben dieses Institut

nicht erschüttert, Es konnte in dem gleichen Geiste, in dem es gegründet worden, gelehrt

werden und begegnete bei den Leitern der verschiedenen Ministerien, insbesondere des

_ Unterrichtsministeriums und den Vertretern des Volkes stets Girrlernder Theilmlurne." Mit

einem Dsnkworte fiir das Curatorium, die Presse und das den Besxrebungen des Museums

mit liebevoller Aufmerksamkeit folgende Puhlicum schloss dieser Vorrrsg.

Bücher-Revue.

Strognowskl ikuuoplsnll lltserol podllnik. Handbuch der russischen Ikonographie,

herausgegeben von Victor v. Butovsky, Director des Museums Fir Kunst und Industrie

 in Moskau. Moskau, 1868. 4. (B. K. 2879.)

Dieses Handbuch der russischen Ikouographie ist die vortredlich ausgeführte Reproductiou

 eines Bildermanuscripts, Eigenthum des Grafen Strogauod. Das Manuscript

stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts und enthält ausser einem russischen Kalender

auf 214 Blättern Abbildungen verschiedener Heiligen und Scenen aus dem alten und neuen

Testamente. Die artistische Reproduction ist, wie schon erwähnt, vortretflich, Einleitung

und Beschreibung in russischer Sprache sehr kurz. Wer von dem Werke einen wissenschaftlichen

 Gebrauch machen will, ist daher geuöthigt, die Abhandlung von Jul. Durnud

zur Hand zu nehmen, die sich in den archäologischen Annalen von Didron (XXVII. Band

pag. 110 [B. K. 9251) findet. Die von Herrn v. Butovsky herausgegebene russische Ikonographie

 reiht eich organisch an die von Herrn Didron sen. herausgegebene Ikonographie

vom Berge Athos (B. K. 9iB) au, von der eine vortreßliche Uebersetuuug in deutscher

Sprache erschienen ist.

Oscar Hase, Die Kuburger, Buchhändler-Familie zu Nürnberg. Leipzig, 1869.

(e. K. 2260.)

Die vorliegende Schrift behandelt die Geschichte der Buchändlerfamilie Koburger,

deren hervorrageudstes Mitglied, Anthoni Kobnrger, 1513 iu Nürnberg starb. Die Schrift

ist mit Sorgfalt gearbeitet und gibt ein lebendiges Bild des Buchhandels Deutschlands in

jener Pericde. Die Bedeutung von Männern der Art, wie es Koburger für die bildende

Kunst war, hat A. Springer mit wenigen Worten treEend geschildert: „Ueberhanpt ist das

Verdienst, welches sich die deutschen Buchdrucker des 16. Jahrhunderts, die Koburger in

Nürnberg, die Schönberger und Stcyner in Augsburg, die Egenolph und Feyerabend in

Frankfurt, die Frohen und Cratander in Basel, die Grieninger und Jobin in Strassburg

um die Entwickelung des Holzschuittes erworben haben, nicht hoch genug anzuschlagen,

wenn es auch nur selten gebührend gewürdigt wurde. Unser Holzschnitt wäre vorzeitig

nhgeslorhen, wenn ihm nicht die Buchdrucker, theilweise selbst Formschneider, Beschäftigung

 und klörderung gegeben hätten."

llcnry Sllnw, Dresses und decorations of the middls ages. London, Henry

C. Bond, 1858. Lax-S. 2 Bde. (B. K. 2873.)

Dieses Buch, das, wie es scheint, in vollständig neuem Abdrucke wieder im Buchhandel

 erschienen ist, zlihlt zu jenen Prachtwerken, die fast nur in England erscheinen,

und sich zugleich durch die praktische Verwendbarkeit und Vielseitigkeit des Inhaltes auszeichnen.

 Es enthält von der anglo-norminnischen Periode bis in die Zeit des schwarzen

Prinzen und Richard II. hinein in historischer Reihenfolge - erläutert durch einen ebenfnlls

 illustrirten Text - Abbildungen aus der Costüme- und Gefässkuude des Mittelalters

Englands, mit besonderer Berücksichtigung praktischer Kuustzwecke bei der Wahl der Gegmsüinde.

 Das Buch wendet sich in erster Linie nicht an Gelehrte, sondern an Künstler

und Industrielle.
            
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