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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 72)

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kurzen Weg vom Kensington-Museum in die Ausstellung eben über die

Strasse hinüber zu machen hatten. Kaum anders verhält es sich mit den

japanischen und chinesischen Poreellanen, zu denen Lady Alcock das Beste

gestellt hat.

Die allgemeine sachliche Anordnung -- wenn sie nur consequent

durchgeführt wäre! - ist insofern nicht unrichtig, als sie mit den nationalen

 Thonarbeiten, also dem Rohesten und zugleich auch Originellsten

auf diesem Gebiete beginnt; dann folgen die Fayencen und Majolikaimitationen,

 von denen man zum eigentlichen Porcellan gelangt. Eine

vierte Abtheilung, in den offenen Arcaden nach dem Garten zu aufgestellt,

 bilden die Terracotten in ihrer ornamentalen Anwendung auf die

Architektur nebst roherem Thongeschirr zum häuslichen Gebrauch oder

zur Verwendung in Fabriken. Die ornaxnentirten Fliesen bedecken die

Wände oder erfüllen die Verbindungsgänge "zwischen den einzelnen

Theilen der grossen baulichen Anlage. Sie sind in zahlloser Menge ausgestellt

 und legen ein Zeugniss ab, zu welcher reichen Verwendung sie

bereits in englischen Bauten gelangt sind.

Die Gegenstände der nationalen Thonwaaren sind wohl sämmtlich

von dem Keusington-Musenm für die Ausstellung hergeliehen. Das verringert

 aber ihren Werth und ihre Bedeutung nicht im mindesten, im

Gegentheil, das Museum bürgt einigermassen für die Trefflichkeit der

Auswahl. So ist in der That diese Abtheilung sehr interessant, obwohl

sie durchaus nicht umfassend ist. Sie begreift eine grosse Anzahl

schwarzer und rother ägyptischer Thonwaaren von schönem, aber sehr

zerbrechlichem Material, eine kaum minder bedeutende Anzahl spanischer

Kühlgefasse in rothcm und gelbem Thon, sämmtlich unglasirt, nebst majolikaartigen

 Gefässen aus demselben Lande, an denen sich noch maurische

 Reminiscenzen hie und da. geltend machen; ferner nordafriknnische

Gefasse, unter denen weissglasirte Schüsseln mit vortrefflich angeordneten

blauen Ornamenten vor allem das Auge auf sich ziehen, grün, gelb und

braun glasirte türkische Gefasse, zum Theil mit goldenen Ornamenten

verziert _ übrigens sämintlich Gegenstände, die uns von der Pariser

Ausstellung her bekannt und auch wohl dort gekauft sind. Zu ihnen gesellen

 sich indische Gefässe für den Volksgebrauch von sehr mannigfacher

und in ihrer Erscheinung meist sehr eigenthümlicher Art, die übrigens

in der besondern indischen Abtheilung (lndian court) noch weit zahlreicher

 und interessanter sich betinden. Auch eine Reihe Portugiesischer

Gefässe, die übrigens unter den Fayencen ausgestellt sind, wären hierher

zu rechnen, obwohl sie von etwas raffmirter Erfindung sind. Völlig aber

gehören hierher die italienischen Bauernmajoliken, Gefässe aus dem Volke

und für den Volksgebrauch. fabricirt in den verschiedensten Gegenden

Italiens und technisch wie in Form und Ornament voll Anklänge und

Erinnerungen an ältere Thonfabricate, selbst an alliike- Die tusgestellten

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