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geschaffen sind; Fischer von Herend hat eine gegen früher kleine, aber
sehr feine Auswahl getroEen, die grossen Beifall findet; Kopenhagen und
Stockholm glänzen beide wieder mit ihren Biscuits und ersteres noch
mit reizenden Gefassen, blau auf weiss nach alten Mustern. Dagegen
fehlen Sevres und die Limogesfabriken selbst in der separirten französischen
Abtheilung, es fehlt Meissen, es fehlen die böhmischen Fabriken
und viele andere, die uns sonst von den Ausstellungen her bekannt sind.
Weit überwiegend und den ganzen Charakter der Porcellanausstellung
heherrschend ist also auch hier das englische F abricat.
Bei der Betrachtung desselben springt eine Eigenthümlichkeit, an
welcher übrigens auch alle anderen Fabriken mehr oder weniger theilnehmen,
klar in die Augen. Das Gebiet, welches dem Porcellan durch
die Fayence entzogen worden, ist die schwere Luxuswaare (schwer
im körperlichen und schwer im künstlerischen Sinne). Ihm ist vorzugsweise
das eigentliche Speise, Tafel- und Theegeschirr geblieben, bei
welchem Leichtigkeit ein Vorzug ist. Da die moderne hfajolika das
schwerere Geräth und die schwerere Ornamentation auf sich genommen
hat, so ist ganz folgerichtig und ganz sachgemäss die Ornamentation des
Porcellangeräths leichter, feiner, zierlicher und eleganter geworden, und
selbst die Formen haben diese Richtung genommen. Das ist natürlich
dem Fabrikanten selber unbewusst geschehen, nichtsdestoweniger ist es
richtig und vollkommen klar und deutlich erkennbar. Von der alten
wilden, naturalistischen Blumenornamentation, von den plumpen und willkürliehen
Formen ist fast keine Spur mehr vorhanden. Darum ist der
allgemeine Anblick der Porcellanausstellung, so viel man auch im Einzelnen
tadeln mag, unleugbar ein ausserordentlich befriedigender, ein
Eindruck, der sich noch dadurch erhöht, dass das englische Porcellau
ür den Schmelz der Farben, welche es in seine glasig-e Masse tief einsinken
lässt, so äusserst günstig ist. Ein Gang durch diesen Theil der
Ausstellung ist daher ein wirklicher Genuss. Es gibt eine Fülle des
Reizenden, die nicht aus den Einfällen einzelner begabter Ornamentisten,
sondern aus einer naturgemässen Wendung der Dinge hervorgegangen
ist. Ünd das ist das Richtige.
Aehnlich verhält es sich mit den glasirten und ornamentirten Fliesen,
insofern als sie aus dem Bedürfniss hervorgegangen sind und ihre Verzierung
fast durchweg richtigen Grundsätzen folgt. Leider waren sie in
so bunter Unordnung und in solcher localen Zerstreutheit ausgestellt,
dass man zu genussvoller ordnender Betrachtung nicht recht kommen
l onnte. Gradezu verfehlt war weniges, mittelgut vieles, einzelnes auchund
hier haben wir besonders die Arbeiten von Simpson ä Sons, die
von auegezeichneter ornamentistischer Begabung zeugen, im Auge -
vorrageud durch Schönheit und Originalität. Wann werden wir dieses
Gebiet auch einmal bei uns mit Eifer und Nachdruck in Angriff genommen