Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 73)

Nebenbei sei" bemerkt, dass das Wort Kaolin chinesisch, aus Kacling

 zusammengezetzt ist und weisse Erde bedeutet. Das Porcellan selbst

fiihrt seinen Namen von porcellanu, einer Schnecke, die glatt und milchweiss

 ist wie das Porcellan. Das Etymon von porcellmm aber ist purem,

das Schwein, und hier nicht weiter erklärbar.

Nur wenige Orte liefern einen für die Porcellanfabrication genügend

reinen Feldspath, von dem man als bekannte minerslogische Varietäten

unterscheidet den Kalifeldspatb oder Orthoklas und Adnlar. den Natronfeldspath

 oder Albit, den Natron-Kalkfeldspath, Oligoklas und Labrador,

und den Kalkfeldspath oder Anorthit.

Für die Porcellanbereitung sind nur die Kali- und Natronfeldspatbe

henützbar.

Wir erinnern uns, dass in derselben der Feldspath das Flussmittel

ist, welches den beim Brennen ülr sich porös bleibenden Thon zum

Fritten und Schmelzen bringt und ihn dadurch halbglasig, dicht macht.

Bei einer Waare, bei der es nächst dieser Eigenschaft auf grösste

Weisse ankommt, müssen diese beiden Hauptmatexialien, der Kaolin und

der Feldspath, vor Allem möglichst eisenfrei sein. Absolut eisenfrei sind

sie nun zwar fast nie, und so lange der Gehalt an Oxyd unterhalb eines

Procents bleibt, stört er auch noch nicht merklich. Darüber hinaus aber

färbt er beim Brennen gelb. Eisenreicbere Kaolinsorten behandelt man

darum auch manchmal mit Salzsäure, wie sie höchst verdünnt und wohlfeil

 in den Sodafabriken als Nebenproduct abfällt, in der sich des Eisenoxyd

 löst und so ausgewaschen werden kann. Natürlich aber ist jeder

Thon vorzuziehen, der diese Vorbereitung entbehrlich macht.

Immer enthält ferner der Kaolin noch Reste von Quarz oder Sand,

der in dem verwitterten Feldspath eingesprengt war, und Feldspathreste

selbst. Da man die Masse von grösster Gleiehfdrmigkeit braucht, so

muss er durch einen sehr sorgfältig betriebenen Schlämmprocess hiervon

befreit werden.

In dieselbe Form eines unfühlbar feinen Schlammes wird auch der

Feldspatb gebracht. Zu diesem Ende wird er zuerst in eigenen Oefen

geglüht, und noch glühend aus dem Ofen gezogen und in Wasser abgelöscht.

 Man erreicht dadurch zweierlei; einmal werden die stärker

eisenschüssigen Partien dunkler rostgelb gefärbt, und können durch

Handscheidung ausgelesen und entfernt werden, und zum anderen wird

er dadurch so mürbe, das er nun zuerst auf einem Quetschwerk und

hierauf in einer Mühle mit granitenen Steinen leicht zu einem feinen

Pulver zermahlen werden kann, welches, um das feinste zu sondern, in

derselben Weise wie der Kaolin einem Schlämmprocess unterworfen wird.

(Den Kaolin oder Thon überhaupt hat man zuerst durch eine Schneidmaschine

 passiren lassen.) In derselben Weise werden auch der Quarz,

der kohlensaure Kalk, die Scherben u. s. w. vorbereitet, die allenfalls
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.