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Objekt: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 4, 5 und 6)

zur Unterströmung, die aus Jahrhunderten kommt, um in Jahrhunderte zu 
gehen. 
Der lärmende, fröhliche Tag drängt aber immer wieder heran: es ist 
gesorgt, daß wir nicht in eitel Würde und Weisheit erstarren. Bitter hatte 
das große Lebensglück, daß Perioden innerer Einkehr und äußerer lebhafter 
Wirksamkeit einander in langen Wellen folgten, die gleiche Melodie in ver- 
edelter, gesteigerter Fassung wiederholend. Wiederholung selbst ist ja schon 
Glück, die uns über das Leid des Unwiederbringlichen sanft hinüberträgt. 
Der spanisch-amerikanische Krieg war beendet. New-York rüstete sich 
im Herbste des Jahres 189g, den heimkehrenden Truppen, vor allem dem 
Helden der Schlacht von Manila, Admiral Dewey, einen festlichen Empfang 
zu bereiten. Auch die Künstler wollten dabei nicht fehlen, und die National 
Sculpture Society, zu deren Gründern auch Bitter zählte, erbot sich, an 
einem Hauptpunkte des Weges, den die einziehenden Truppen nehmen 
sollten, einen Triumphbogen zu errichten. Bitter war mit unter den Dele- 
gierten der Gesellschaft, welche ihre Dienste dafür widmen sollten. Von 
ihm stammte der Entwurf der Architektur und eine Gruppe, welche die 
Bedienungsmannschaft eines Geschützes während des Kampfes in voller 
Bewegung darstellte: sie ist voller Leben, sein einziges Werk in rein 
naturalistischer Auffassung; doch erhebt sich über ihr eine ideale Kampfes- 
gestalt. Der Triumphbogen ist trotz vielfach ausgesprochenen Wunsches, 
ihn in dauerndem Material zu erhalten, wie- 
der abgebrochen worden. Es mochte dabei 
mitspielen, daß Dewey, eine Zeitlang der 
Liebling der Nation, die Volksgunst durch 
eine Taktlosigkeit an einem Tage völlig ver- 
scherzte, vielleicht hatte man aber auch die 
Empfindung, daß hier doch nur ein Gelegen- 
heitswerk, geschaffen unter dem vorüber- 
gehenden Eindrucke des Tages, vorlag. 
Durch zwei volle Jahre sollte Bitter die 
Panamerikanische Ausstellung in Buffalo in 
Anspruch nehmen, die dem neuen Macht- 
gefühl der Vereinigten Staaten Ausdruck zu 
geben bestimmt war. Nach dem Vorbilde 
Chicagos wurde vor allem an eine künst- 
lerische Gesamtwirkung gedacht. Die Archi- 
tekten Carrere und Hastings entwarfen die 
Baupläne, und auch der skulpturale Teil sollte 
in eine Hand gelegt werden. Aufgefordert, 
einen Künstler dafür namhaft zu machen, 
erwählte die National Sculpture Society, als 
berufene Körperschaft, einstimmig Karl Bitter. 
zum von Mrs. Edwin Emersonhgxx) Diese Entscheidung war gegeben, da in der 

	        
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