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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 77)

Beilage zu Nr. TI der „Hittheüungen des k. k. Uesierr. Musßnms".

Es scheint, dass frühzeitig das Bestreben der Spiegelmacher erwachte,

nicht nur durch den Rahmen, sondern auch in der Hauptsache, das

Spiegelmaterial, ihre Fabricate des Namens Kunstarbeit werth zu wissen.

Die eigentliche, zum Sichhesehen bestimmte Fläche musste allerdings unberührt

 bleiben, aber ich glaube, dieser Absicht das eigenthümliche

Genre von Decoration zuschreiben zu müssen, wobei man die Rahmen

der Spiegel gleichfalls mit Spiegelstreifen belegte, in denselben aber dadurch

 die Ornamente herstellte, dass man deren Zeichnung matt, den

Grund als gewöhnlichen Spiegel wirken liess, einzelne Stellen aber: Perlengehänge,

 Tropfen etc. kräftig ausschliE, wodurch dieselben hell wie

Luftblasen in einem wassergefüllten Glasgefässe erscheinen. Solche Spiegel

hat das Etablissement J. 8x L. Lohmeyr ausgestellt, sie zeichnen sich

durch vorzügliche Ornamentation und herrliches Material aus, in den Formen

 aber ist hier, - im Gegensatz zu den Zopfimitationen ausländischer

Firmen, - der Styl der besten Renaissance angenommen. Ein anderer

Spiegel dieser Art in architektonischer Umrahmung sammt Consoletischchen

 aus schwarzem Holz schmückt das sogenannte Herrenzimmer der

Haaäschen Exposition.

Ueberreich mit übrigens sehr fertig geschnitztem Relief in ungefärbtem

 Naturholz ist ein Spiegelrahmen aus dem Atelier Schönthaler, in

guter Renaissanceform ferner architektonisch mit Pilastern und Tyrnpanon

aufgebaut, zwei von Ulrich 8a Comp.

Wir gedenken hier noch einiger guter Vergolderarbeiten, der von

Külbl 61 Threm in Wien nach trefflicher Zeichnung gefertigten Gardinenstange,

 sowie des Consoletisches von Ulrich 8x Co. Was das grösste

Object der in Rede stehenden Technik betrifft, so ist daran zwar unendlich

 viel Gold angebracht und es glänzt dieses Gold auch sehr, ist aber

eben nicht alles Gold was glänzt.

Uhrkästen sind in verschiedenen Stylen auf der Ausstellung vertreten.

Prof. A. Ha_user hat eine in antik-architektonischem Gehäuse entworfen,

 ausgeführt von Tischler Spannbauer und Bildhauer Hutterer;

A. Braun, Tischlergehilfe, schnitzte eine ziemlich gothische; von Schlesinger

 ist eine im Renaissancestyl, schwarz mit lntarsia; von Hartel

eine grössere in demselben Style zu sehen. I.

Dlo Internationale Ausstellung zu London In lehre 1871.

Die Pariser Ausstellung im Jahre 1867 endete mit dem Eindruck, dass sie an Grossanigkeit

 schwerlich übertrafen werden könne, sie endete aber auch zugleich mit der traurigen

Ueberzeugung, dass auch der immenseste Besuch die Kosten einer solchen Ausstellung

nicht zu decken im Stande ist.

Diese: Resultat liess eine ähnliche Ausstellu fernerhin unmöglich erscheinen, und

musste zu dem Gedanken führen, sollte die Reihe der elmusscellungen nicht geschlossen

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