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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 77)

enge Grenzen stellt, dieser Utilitarismus hat auch die einst so blühende

Graveur-Akademie von der Höhe herabgedrückt, auf der sich dieselbe befand.

 Man vergass ganz, dass solche Anstalten erst dann wirklich nützen:

wenn sie, über das Mass des Gewöhnlichen hinaufsteigend, sich so entfalten

 können, um verschiedene nahe liegende Gebiete befruchten zu können.

Engherzigkeit ist solchen Anstalten gegenüber eine schlechte Politik,

Sparsamkeit die grösste Verschwendung.

Die Graveur-Akademie beginnt wieder ihr Haupt zu erheben. Die

Darstellung der Münzmanipulation ist in hohem Grade lehrreich, und die

Graveure J. Tautenhayn, Ant. Scharff, A. Neudeck, Fritz Leisek

zeigen sich als vollständig gewachsen der Aufgabe, die sie in ihrer Stellung

 zu erfüllen haben. Einige Wachsbossirungen auf dem schwierigen

Felde liguraler Composition für Medaillen sind geistreich in der Erfindung

und stylvoll in der Durchführung. Dass die Medaillen, welche Herr Carl

Radnitzky, Professor an der Akademie der bildenden Künste, ausstellte,

uns das Bild eines Künstlers geben, der, erfahren in der Kunst zu graviren,

unermüdlich in seiner künstlerischen Thätigkeit ist, bedarf nicht besonders

erwähnt zu werden. Bedauern können wir nur, dass die mancherlei glücklichen

 Versuche, ausser den geprägten Medaillen auch Gussmedaillen einzubürgern,

 bei unserem Publicum auf keine sympathische Stimmung gefallen

 sind.

Was die Technik der Prägung betrifft, so zeigt sie sich als eine untadelhafte;

 die Färbung der Bronzemedaillen als vorzüglich gelungen.

Graveure für Wappen etc. haben sonst nicht ausgestellt, was aus

mehr als Einem Grunde bedauerlich ist. Herrn Jauner begegnen wir

auf einem andern Gebiete in einer sehr glänzenden Ausstellung. Vielleicht

werden wir die Wappen- und Siegelgraveure öfter auf der permanenten

Ausstellung moderner Kunstindustrie des Museums, die in wenigen W0-chen

 eröffnet werden wird, begegnen.

Auf dem Gebiete der Cameenschneidekunst ist allein Dörflinger

aufgetreten, ein fleissiger und strebsamer Arbeiter, der, soweit es für den

Bedarf des gewöhnlichen Frauenschmuckes nöthig ist, vollständig ausreicht

und sich gute Vorbilder wählt. E.

Vll.

Plastik in Elfenbein.

(R. Sagmeister. - A. Vogel. - E. Pendl.)

Der Freund der älteren Kunstperioden, welcher daran seine Freude

hat zu sehen, wie deren Stylformen in der Kunst der Jetztzeit wieder

aufleben, findet im Fache der Elfenheinplastik in der Musealausstellung

schöne Proben vor; wir dürfen es mit Freude aussprechen, durchaus treffliche

 Arbeiten, wenn auch nur in wenigen Stücken und blos durch zwei,

drei Künstler vertreten. Die rein moderne Fabrication, weiche blos dem
            
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