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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 80)

die Chinesen in Uebung haben, doch stehen diese Arbeiten den erstbeschriebenen

 nach; der Firniss saugt sich in das Holz und die Fugen springen

 allmählig auf.

Das Holz zu den Laquebüchsen der Japaner wie der Chinesen ist

nicht gleich leicht; dass die Fabricate der letzteren gewichtiger sind, soll

daher kommen, dass sie ihre, meistens für den Markt von Peking bestimmten,

 Arbeiten aus Furcht vor der trockenen Luft dieses Ortes absichtlich

 stärker fabriciren. lhr Holz heisst Ngou-tou-moi, d. h. Holz vom Ngoutoubaume;

 es ist sehr biegsam und überaus leicht.

Die Pinsel macht man aus Haaren; jene zum Abwaschen der Politur

aus Ziegenhaaren, oder von solchen von Kühen.

Der Firniss hat die Eigenschaft niemals zu trocknen, wenn er einmal

 in Folge der Witterung oder auch innerhalb der normalen Zeit nicht

getrocknet ist. Man muss ihn dann mit Kalk abreiben, worauf er auf den

Etageren langsam trocknet, doch ist vorher der Kalk mit Seide wegzuwischen;

 hätte er nicht allen schlecht getrockneten Firniss weggenommen,

 so hilft nichts, als das Stück abzuglätten und auf's neue zu

firnissen.

Eine Probe der Güte des Firnisses macht man, indem man z. B;

2 Unzen in einem eisernen LölTel über's Feuer hält. Ist nun das Wasser

verdampft, so kann man durch Abwägen des Restes an dem äusserst ge;

ringen Gewicht erkennen, dass er durch allzustarke Verdünnung unbrauchbar

 sei. Im Winter bedient man sich besonderer. Vorrichtungen, das Verdampfen

 zu beschleunigen, etc.

Wir gelangen zur Firnissmalerei, welche auf Möbeln aller Art, Tischen,

Stühlen und Schränken ihre Anwendung findet. An Objecten von solcher

Grösse hat SieIWirkung und Elfect, auf kleinen Gegenständen macht sich

blos Goldmalerei gut, die übrigen Farben wollen bei dieser Technik nur

für die Weite berechnet sein. So fein chinesiche Goldmalereien auch

sind, so weit übertreffen sie indess die japanesischen, und zwar aus dem

Grunde, weil die Japaner einen farblosen, wasserhellen Firniss darüber

decken, welcher das schönste Lüstre gibt, während selbst die beste Gattung

 der Chinesen zu diesem Zweck, der Tchao-tsi, unangenehm gelbliehen

 Ton hat.

Der Meister oder Chef der Maler entwirft die Zeichnung auf dem

Papiere mit dem Bleistift und vollendet sie mit Tusch durch den Pinsel.

Diese Zeichnung überarbeiten dann die Gehülfen nach allen Details mit

in Wasser gelösten: Auripigment und drücken, um die Linien der geürnissten,

 zu bemalenden Fläche mitzutheilen, leicht mit den Händen über'

das, auf dieselbe gelegte Papier, so dass die Spuren am Firniss haften.

Nun entfernt man den Entwurf und überzieht die Decalkirung, wenn man

es so nennen darf, mit Auripigment, das rnit Leim gelöst ist, also nach

dem Trocknen nicht weggewischt werden kann. Der Firniss der Maler,

das Pigment, rnit welchem sie sowohl Gold als Farben auf den mit Yang-
            
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