Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 82)

x40

dem steiermärkischen Landesarchive, sowie Illustrationen aus Büchern etc.

Blätter aus dem von Wolgemuth mit Holzschnitten gezierten Nürnberger

Schatzbehalter von r4gr (Sarnml. des Erzh. Albrecht), aus der Hartman-SchedeYschen

 Chronik, das Fragment eines wie es scheint culturhistorisch

sehr interessanten, sonst nicht bekannten Büchleins mit männlichen und

weiblichen Figuren; als Trachtenbilder beachtenswerth, gedruckt in Augsburg

 14.85 c. (FZM. Ritter v. I-Iauslab), die Kölner Chronik von r4gg,

die Ausgabe des NarrenschilTs von 1494 (Museum), und v. a. seltene

Holzschnitte. Sind schon diese deutschen Arbeiten von höchster Einfachheit,

mit den schlichtesten Mitteln ausgeführt, so begegnet uns in den etwa

gleichzeitigen Leistungen Italiens der eigentliche, reine Contourholzschnitt,

welcher gleichfalls alle späteren Künste des Hineinarbeitens und der

Schattirung noch nicht kennt, dank der in diesem Lande bereits blühenden

Studien antiker Werke, jedoch schon zu hoher Schönheit der Form gelangt

 ist. In gewisser Beziehung lässt sich kein späteres Product der Formschneidekunst

 an edler Einfachheit, an schlichter Würde und Schönheit

diesen Arbeiten des Quattrocento an die Seite stellen, die in Venedig unter

Einwirkung der Bellinfschen, sowie der Mantegnesken-Schule Padua's

entstanden sind. Als solche begegnen wir den Illustrationen zu den damals

erschienenen Werken des tlandrischen Arztes Ketham, jenen zur Hypnerotomachia

 Poliphili (1499) u. a. Frankreichs xylographische Leistungen in

dieser Periode tragen noch wie die deutschen den mittelalterlichen Charakter

 seiner gesammten zeitgenossischen Kunst.

Die Blüthezeit des Holzschnittes führt uns Werke der gefeiertsten

Künstler vor Augen. Schöpfungen Dürer's, seiner Schüler und der sog.

Kleinmeister, Kranach's, Holbein's, Urse GraFs, ManuePs, Burgkmair's,

Stimmefs, Amman's etc. aus den Sammlungen Erzh. Albrechfs, FZM.

Ritter v. Hauslab's, I-Irn. v. Artaria's und des Museums repräsentiren in vorzüglichen

 Exemplaren jene herrliche Zeit deutschen Kunstfleisses, welche

den Höhenpunkt der Formschneidekunst überhaupt bezeichnet, in welcher

die nun bereits vollkommen entwickelte, aber in weiser Beschränkung gehandhabte

 Technik geadelt wurde, indem sie dem Genius hervorragender

Meister diente, die Zeit, in welcher der Holzschnitt Träger hochbedeutender

Ideenäusserungen der Nation in ihrem Kampf um geistige Freiheit geworden

 war, in welcher endlich in der edlen Blume des sogenannten

deutschen Renaissancestyles eine selbstständige Kunstform in Deutschland

aufgeblüht war. Wir nennen hier neben den berühmten Werken, wie

Dürer's apokalyptischen Reitern, Triurnphwagen, Veronicabild, Schäuifeleids

Hochzeittänzern, dem Trostspiegel, I-Iolbein's Todtentanz, Lorch's reizenden

 Costürnfiguren etc., nur die seltenen grossen Blätter Amman's, die

Allegorie auf den Handel, den herrlichen Marcusplatz zu Venedig. Die

Niederländer, durch die feinen, vollendet durchgeführten Arbeiten Luc. von

Leyden's, Corneliszens, Goltzius' und auch die späteren wie Büsinck, de Bray

vertreten, zeigen uns die höchste Stufe des alten, sowie den Uebergang zu '
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.