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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 89)

Griechen Rhampsinit nannten, besassen. Durch Tributleistungen der

fremden, von den ägyptischen Waffen bezwungenen Völker Asiens, kamen

ungeheure Mengen der kostbarsten Goldgefässe, Arbeiten von Gold oder

Silber mit Schmelzwerk geziert und in den reichsten Formen ornamentirt

und unermessliche Kriegsbeute an edeln Mineralien in das Land. Die

ägyptischen I-Iieroglypheninschriften pflegen die Metalle, edle und unedle

vereinigt, in einer feststehenden Reihenfolge, die ähnlich auch die Bibel

hat, anzuführeu. Das Zeichen für Gold ist ein Sack, in dem die Körner

des Goldes gewaschen werden und durch den das Wasser abtropft. Also

ist zunächst Fluss- oder Waschgold gemeint. Der Name des Metalles ist

nub, in römischer Zeit, wo man es auch durch eine Kuh mit drei Hörnern

 darstellte, neb. Auf den Bildwerken erblicken wir es als Haufen

von rohen, aus den Bergwerken gewonnenen Klumpen. Oder es erscheint

in Beutel gethan oder an Ufern von Gewässern in Form kleiner, ausgewaschener

 Schüppchen, dann aber in geschmolzenem Zustande als Platten

und als Ringe, in welcher Form es auf die Wage gelegt wurde. Daneben

sind oft die Kisten oder Schränke dargestellt, in welche es verpackt wurde.

Man gewann das Gold, Berggold sowohl als solches aus Flüssen, in verschiedenen

 Theilen des unermesslichen Ländergebietes, welches zu Aegypten

gehörte; eine Inschrift im Tempel Ramses III. von Medinet Habu nennt

äthiopischen und solches aus dem arabischen Gebirge in Oberägypten.

ln dem erstgenannten Lande befanden sich, wie auch Plinius bezeugt,

die ergiebigsten Minen dieses edeln Metalles, sie wurden noch bis in's

I0. Jahrhundert von Seiten der Araber ausgebeutet. Die Spuren tiefer

Minen finden sich an zahlreichen Stellen des Bergzuges, bei Edfu, bei

l-Iamamet u. a. a. O.

Im Gegensatze zu dem gewöhnlichen, mit Silber gemengten Golde

finden wir ferner als die vorzüglichsten Qualitäten vBerggoldu und ngutes

Golds aufgeführt, worunter eben das reine, nicht gemischte Metall zu

verstehen sein dürfte, aururn obrusum oder obrizum, wie es auch mittelalterliche

 Quellen (Theophilus) noch nennen.

Das Gold wurde gewogen, um so beim Abgehen einer Münze als

Verkehrsmittel im Handel zu dienen, wozu man es als scheibenförmige

Stückchen mit einem Loch in der Mitte gestaltete. Die Gewichte, grösstentheils

 aus Stein gearbeitet, haben die Form von Thieren, nwas an die

älteste römische pecunia erinnertu.

Die Vergoldung war eine den alten Aegyptern sehr geläufige Technik.

 Gegenstände sus den verschiedenartigsten Materialien erhielten diesen

Schmuck, selbst ausserordentlich dünne Steinplättchen verstand man mit

einem so feinen Goldliberzug zu belegen, dass es den Anschein gewinnt,

als wäre das Gold als Farbe auf ihnen aufgetragen. Auch werthvolle

Steine, wie der zu Skarabäen häufig verwendete Lapis lazuli, wurden vergoldet;

 auf Pappe und Holz brachte man vorher eine Grundirung von

feinem Gyps an, welche Plinius leukophoron nennt.
            
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