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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 89)

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in Aegypten nicht gegraben, sondern theils aus dem Electrum durch

Ausscheidung gewonnen, theils kam es als Tribut der Assyrier und anderer

 Völker in grosser Menge in das Land.

Auf lnschriften, welche uns eine Chronik der Feldzüge der einzelnen

Herrscher rnittheilen, wie jene des Thuttnosis III. am Tempel in Karnak,

des dritten Ramses in Medinet Habu u. A., werden neben den erwähnten

drei Metallen, Gold, Electrum und Silber, auch noch andere Namen von

Stoffen genannt, denen der Verfasser im Folgenden eine genaue Untersuchung

 widmet: xesteb, mafek, xornt, men und taht. Zuweilen kommen

Edelsteine, Elfenbein und Farben neben diesen Materialien vor, die

sämmtlich als Tributgaben der besiegten Völker des Ostens aufgezählt

werden. Unter taht ist Blei zu verstehen, aus men sind Geräthe gearbeitet,

 welche von den Syriern erbeutet wurden, aus Xesteb und mafek

gemachte Räuchergefässe sehen wir in Denderah abgebildet. Diese beiden

letztgenannten Steife treten meist zusammen auf, es sind keine Metalle,

sondern andere Mineralien. Sie haben ähnliche Eigenschaften, erscheinen als

Farben und kommen als solche der Göttin Hathor (Aphrodite) als Prädicate

 zu. Ihr Genus ist das femininum, während alle Metalle masculina sind.

Xesbet ist der Lasurstein, der xüavoS der Griechen, auch das Ultramarin,

 Kupferlasur, Smalte und die daraus bereiteten Farbstolfe Kobaltund

 Kupferblau. Auf den Gemälden der Grabkammern sind oft Körbe

mit grossen Massen dieser Farbe dargestellt, Amulete und Schmucksachen

wurden aus dem Lasursteine gefertigt, Augen, Herzen, Halsbänder mit

Blumen kamen in diesem Stoffe als Gaben, die man den Todten mitgab,

 vor. Könige trugen grosse Halsbänder von xesbet; das Antlitz der

nblauenn Göttin Hathor ist mit diesem Stoffe eingelegt; Sethos I. weiht

in Karnak eine Processionsbarke in Gold, mit xesbet eingelegt; Vasen

von Gold sind gleichfalls damit decorirt. Zuweilen kommt es in kolossalen

Stücken von 4 Pfund und mehr vor. -

Gleichwie andere und späterlebende Völker kannten aber auch die

Aegypter bereits neben dem echten einen künstlich nachgemachten Lasurstein.

 Eine Inschrift unterscheidet zwischen echtem, künstlichem und

babylonischern. Aus dem echten Lasurstein gewann man die Ultramarinfarbe,

 die in Beuteln aufbewahrt wurde und dann kenkenu, d. h. nzerschlagenu

 genannt wird. Der unechte, künstliche Lasur dagegen erscheint

in barrenartigen Stücken abgebildet.

Unter den erhaltenen Gegenständen linden sich zahllose blaue Glasflüsse,

 ihr Ton pflegt vom sehr dunklen Blau bis zum milden Hellblau

des orientalischen Türkis zu variiren. Chemische Untersuchungen, welche

damit von Prof. He rtzog in Berlin angestellt wurden, lieferten den Beweis,

 dass Kupfer bei den meisten dieser Gegenstände die farbverleihende

Masse abgab. Blaue Malerfarben erwiesen sich gleichfalls als kupferhaltige

Präparate, in mehreren Fällen hat sich auch das Vorhandensein von Kobalt

ergeben. Glasperlen, Amulete und Halsbänder, welche vollkommen das
            
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