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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 95)

gutes Betragen auszeichnen, von der Königlichen Kreisdirecdon Belobungsdecrete

ertheilt.

Die Zeit des täglichen Unterrichts richtet sich theils nach dem Alter der Schüler,

theils nach den Jahreszeiten. ln der Regel beginnt der Unterricht im Sommer früh um 7,

im Winter um 8 und dauert mit Vor- und Nachmittags je einhalbstündiger und Mittags

i-instündiger Unterbrechung bis Abends 7, resp. 8 Uhr. Die jüngeren Schüler werden

iruher, im Winter bei Einbruch der Dunkelheit entlassen. Die Arbeitszeit der älteren

Schüler darf täglich nicht mehr als 6 bis 7 Stunden betragen.

Der Besuch der öffentlichen Schule geht dem Besuche der Klüppelschule vor und

eS sind die Lehrerinnen mit den strengsten Weisungen versehen, keinem Kinde den Besuch

 der Klöppelschule in der Zeit zu gestatten, wo es die öffentliche Schule zu besuchen

 hat.

Die Arbeitsgerathe der Schüler bleiben, um Unreinlichkeit, Bevortheilung in

llinsicht der Spitzen und des Materials und das Austragen der Muster zu verhüten, in der

Regel in der Schule. ln besonderen Fällen und wo dergleichen Missbräuche nicht zu besorgen

 sind, ist die Localinspection ermächtigt, Ausnahmen zu gestatten.

Auf die Gesundheit und das Augenlicht der Schüler ist bei der Wahl eines Kloppelschullocales

 besondere Rücksicht zu nehmen; es sind nur solche Locale zu acquirirep,

die vollständig trocken, gut gelegen, hell und reinlich und im Verhältniss zur Schülerzahl

hinlänglich geräumig sind.

Das erforderliche Inventar ist stets vollständig und in gutem Zustande zu erhalten,

ptleglich zu benutzen und von der Lehrerin nach gehörig erfolgter Uebernahme gegen die

Localinspection zu vertreten. '

Zu Unterhaltung der Kloppelschulen haben die betrelfenden Gemeinden nach ihrem

Vermögen und die Schüler durch Entrichtung eines Schulgeldes, welches je nach den

Vermogensverhaltnissen und den Arbeitsverdiensten derselben von 3 bis 6 Pf. wöchentlich

bemessen wird, das Ihre beizutragen. Das Fehlende wird theils durch die Zinsen besonderer

 Stiftungscapitalien und durch sonstige Zullüsse, theils und hauptsächlich durch

Staatsunterstützungen gedeckt. - - -

Wie diese Schulen im Laufe der Zeit, speciell seit dem Jahre 1862 (der Londoner)

und 1867 (der Pariser Weltausstellung) sich gestaltet und entwickelt haben, dürfte aus der

beigefügten Statistik zu ersehen sein. Ueber ihre technischen und erziehlichen Erfolge im

vorigen Jahre gehen ihre Vertretung auf der Wiener Weltausstellung (Collecrivausstellung

der Königl. Sächsischen Klöppelschulen) und deraugeschlossene Auszug aus dem Jahresberichte

 des Kloppelschul-lnspectors für 1872 näheren Aufschluss. '

KLEINERE MITTHEILUNGEN.

(Personalien) Dem Custos des Oesterr. Museums, Friedrich Lippmann,

 wurde über sein Ansuchen durch Allerhöchste Entschliessung

die Umwandlung seiner Stellung zu dem Institute in die eines Custos

extra statum genehmigt. Se. Excel]. der Herr Minister hat an diese systea

misirte Stelle eines Custos am Oesterr. Museum den Docenten Dr. Albert

ll g berufen.

Se. Excel]. der Herr Minister für Cultus und Unterricht hat auf

Grund Allerhöchster Ermächtigung den Professor der königlichen Kunstgewerbeschule

 zu Nürnberg, August Ortwein, zum Director der Gexverbeschule

 in Graz ernannt.

(Geschenke an das Museum.) Der Hofbuchhändler Herr Alex.

Dunker in Berlin hat dem k. k. Oesterr. Museum 2x grosse Kupferstiche

 nach den KaulbacHschen Gemälden im neuen Museum in Berlin

zum Geschenke gemacht.

Desgleichen hat Herr Graf Bali de' Finocchietti in Florenz dem

Museum eine grosse Anzahl von Photographien, darstellend die Geschichte

der modernen Holzschnitzkunst in Florenz in seinen hervorragendsten

Repräsentanten, so wie sein Werk über Geschichte der lntarsien in Flo'-renz

 geschenkt. i
            
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