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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 2)

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Im Fluge will es gesehen und beurtheilt werden. Ein Scherz, ein Ausruf

ein Stimmungsaccord, nichts weiter.

Aber auch für diese ephemere Production nimmt das Verständniss

allmälig zu. Dass man speciell in England gerade für das Skizzenhafte

und Improvisirte lebhaftes Interesse hat, ist vielfach dem Umstande zuzuschreiben,

 dass nirgends so viele Dilettanten zeichnen, malen, entwerfen

 und copiren wie hier. Ihr Treiben entzückt die Mitwelt in der

Regel nicht, aber für ihr persönliches Verhältniss zur Kunst und für die

.Wechselbeziehung zwischen Künstler und Publicum ist es von hoher

Bedeutung. - Endlich hat sich auch das Darstellungsgebiet der Illustration

zufolge der vorzüglichen Reproductionstechniken außerordentlich erweitert.

Der grelle Sonnenschein, der trübe Nebel, Morgen und Abend, das mannigfache

 Getriebe in der Atmosphäre wie auf dem Wasser, das nächtliche

Dunkel und die grellen Effecte modernen Beleuchtungswesens lassen sich

entzückend wiedergeben. - So war also nach technischer Seite der Weg

für eine großartige Entwicklung des lllustrationswesens geebnet. Wie

fast überall, so hatte auch hier die angewandte Naturwissenschaft dem

allgemeinen Culturfortschritte in ungeahnter Weise vorgearbeitet. Aber

Alles, was wir eben erwähnt haben, kommt nicht den Engländern allein

zu Gute. Die Fortschritte der Illustrationstechniken sind internationaler

Besitz. Besser noch als die Engländer wissen ihn die Amerikaner zu verwerthen,

 und Vieles, was der englische Künstler zeichnet, wird in Wien

dem photomechanischenVerfahren unterzogen. Die technischen Fortschritte

haben nur die physische Möglichkeit geschaffen, die mechanische Vorbedingung

 für ein umfangreiches Illustrationswesen. Die geistige Vorbedingung

 liegt "in der Entwicklung der englischen Malerei, die ganz

ihre eigenen Wege gegangen. Ohne sie zu kennen, ist es ganz unmöglich,

die englische Illustrationskunst zu verstehen, denn sie hängt in allen

ihren Gattungen mit ihr zusammen, verhält sich zu ihr wie die Glieder

einer weitverzweigten Familie zu ihren Stammeltern.

Der englische Illustrator ist in der Regel kein Akademiker. Er hat

entweder selbst in mühevoller, rastloser Arbeit allmälig" den Weg zur

Künstlerschaft gefunden oder sich auf einer bestimmten Stufe seiner Ausbildung

 nach eigener Wahl einem Meister angeschlossen, mit dessen Kunst

er sympathisirte, der seinem Ideal am nächsten kam. Wenn es ihm gelang,

 in dessen Atelier Aufnahme zu finden, so suchte er unter dessen

Führung zur Meisterschaft vorzudringen. Der individuellen Entwicklung

war dieser Zustand ohne Zweifel äußerst günstig. Ihm verdankt die englische

 Illustration die außerordentliche Vielseitigkeit, die Complication

der Verhältnisse und Beziehungen, den scheinbaren Mangel einheitlichen

Wesens.

Je nach dem wesentlichen Charakter ihrer Richtung trennen sich die

Meister der Illustration in zwei große Lager: in die decorativen Künstler

und in die Naturalisten. Der Begriff der decorativen Kunst wird in Eng-
            
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