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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 3)

Bild der Entwicklung der Spitzennäherei und Klöppelei seit dem 16. Jahrhundert

 bis an das Ende des 18. Jahrhunderts. Der Zahl nach überwiegen

die italienischen Spitzen, wie es ihrer Bedeutung und der langen Dauer

ihrer Bliithezeit entspricht. Aber auch von älteren Brüsseler und von

Mechler Spitzen, sowie von den verschiedenen französischen Spielarten

der Nähspitze, endlich von spanischen Spitzen finden sich erlesene Beispiele

 vor.

Zur Technik des Tassilokelches.

ln den Sommermonaten des Jahres 1896 arbeitete ich an einer

farbigen Abbildung des Tassilokelches. Hiebei war mir die hochwillkommene

 Gelegenheit geboten, das genannte kostbare Kleinod des Stiftes

Kremsmünster näher zu studiren. Mein Augenmerk richtete sich hiebei,

den Umständen entsprechend, hauptsächlich auf die Herstellungsweise, auf

Material und Technik, und ich suchte hievon so viel als irgend möglich

klarzustellen, soweit dies durch eine gewissenhafte Ocularinspection geschehen

 konnte; denn jedes, durch irgend einen noch so geringen Angriff

auf die Substanz herbeizuführende Untersuchungsergebniss war ja selbstverständlich

 ausgeschlossen.

Das, was sich constatiren ließ, ist in mehr als einer Beziehung

wichtig und mittheilenswerth; es mag daher in Folgendem kurz zusammengefasst

 der Oeffentlichkeit übergeben werden.

Der 25 Centimeter hohe, im größten Durchmesser (am Rande)

i5'5 Centimeter haltende Kelch ist aus Kupfer, im Feuer stark vergoldet,

und mit niellirten Silberplättchen incrustirt. Sein Nodus war mit kreisrunden

 Steinchen besetzt, von denen nur mehr wenige (von rother und

grüner Farbe) erhalten sind.

Die allgemeine Configuration des Gegenstandes sowie die Anordnung

der schmückenden Elemente ist so weit ausreichend bekannt, dass, ohne

hievon eine Beschreibung zu bringen, auf die technischen Eigentbümlichkeiten

 des Ganzen eingegangen werden kann.

Der Kelch ist aus drei Theilen zusammengesetzt, und zwar aus der

Cuppa, sodann aus dem Fuße, der mit dem Nodus aus einem Stück

besteht, endlich aus dem zwischen dem Nodus und der Cuppa eingefügten,

 eine Reihung von Ellipsoiden vorstellenden Ring. Hauptform und

Zusammenfügung der einzelnen Theile entsprechen vollkommen der in

der Schedula diversarum artium des Theophilus Presbyter

enthaltenen Art der Herstellung eines Kelches, mit Ausnahme zweier

geringfügiger, unterscheidender Einzelnheiten, die darin bestehen, dass

der beim Tassilokelch unterhalb der Cuppa angebrachte Zapfen zur Vereinigung

 der beiden Haupttheile nur sehr sorglos breitgeschlagen (genietet)

ist, während Theophilus den Verbindungszapfen mit einer schmalen Feile

bis zur Hälfte kreuzweise (in vier Theile) spaltet, Cuppa, Astragal und
            
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