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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 6)

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rirten Stein nachzuahmen u. s. w. als der Einzige da, der noch nicht

übertroffen ist und den auch so leicht Keiner übertreffen wird. lch glaube,

ja ich bin gewiss, seine Arbeiten sind das achte Wunder der Welt, und

wie die Babylonier, Aegypter und Griechen sich ihrer Gräber, Pyramiden

und Tempel rühmten, so kann es nun auch das glückliche Bologna mit

dem Chore von San Domenicom Wenn die Zeitgenossen und die unmittelbar

 folgende Generation über die Werke eines Meisters derart

urtheilten, so erscheint es wohl nicht verwunderlich, wenn Fra Damiano

nicht davor zurückscheute, dem Herzog Alfons von Este, dem Begleiter

Kaiser Karl's V., bei einem Besuche seiner Werkstätte in San Domenico

den Eintritt in diese zu verweigern, weil Fra Damiano bei einer Reise

durch des Herzogs Land einmal gezwungen worden war, gegen alles

Herkommen für seine Werkzeuge Zoll zu zahlen.

Zur Zeit der Frührenaissance waren es nur einige Orte, an denen

man Werke der lntarsiakunst antraf. Dort wurzelte und blühte dieselbe

und es waren zumeist Handwerksmeister, die sie ausübten. Die Hochrenaissance

 löste dieses Verhältniss fast vollständig. In ganz Italien wollte

man nun, im Zeitalter zunehmender Pracht und Ueppigkeit, hervorragende

lntarsiawerke besitzen, und man wendete sich von allen Orten her an

die wenigen berühmtesten Meister. Mit der Verallgemeinerung der Kunst

hätte sich dieselbe verbilligen sollen; aber andererseits wurden die Anforderungen

 an die Kunst immer größer, die Aufgaben immer mühsamer.

Hierin mag wohl der Schlüssel zu der Thatsache zu finden sein, dass

die Zunftschulen allmälig verschwanden und an ihre Stelle Mönchs-Werkstätten

 traten, in denen Künstler thätig waren, die frei von Nahrungssorgen

 zum Ruhme ihrer Orden ihre Kunst ausüben konnten. Dass

hierdurch aber auch die Neigung zu Uebertreibungen befördert, dass die

Kunst der lntarsia in technischer Hinsicht zur Künstelei, in decorativer

Hinsicht jedoch zur Ueberladung geführt wurde, kann nicht in Abrede

gestellt werden. Es fehlte eben als Correctiv die Sorge um das tägliche

 Brod. Wenn schon um die Mitte des 15. Jahrhunderts Domenico

di Niccolb zu Siena, der bereits durch zwanzig Jahre im Auftrage

und mit Unterstützung des Staates junge Leute in der Kunst der Einlege-Arbeit

 zu unterrichten hatte, klagt, dass seine Kunst ihm wenig einbringe

und dass fast Niemand dabei habe aushalten wollen, um wie viel mehr

mag dies der Fall gewesen sein zur Zeit der Hochrenaissance.

Wir verlassen nun Italien. Die Kunst der Einlege-Arbeit nahm von

dort aus naturgemäß zunächst ihren Weg nach jenen Landen, die in

fortwährendem regen Verkehre mit Italien waren. Es scheintfdass sie

etappenweise ihre Wanderung machte, in den angrenzenden Ländern

zuerst Eingang fand und von dort weiter um sich griff. In Süddeutschland

 treEen wir die Kunst der lntarsia am frühesten an. Sie mag dann

den Rhein entlang gewandert sein und sich schließlich in Holland

festgesetzt haben, von wo aus neuerwachterLWandertrieb sie vermuthlich
            
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