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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 12)

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Kunstdenkmale Berücksichtigung finden. Durch die Erwerbung von allen

Kunstgewerbegegenständen österreichischer Provenienz sollen diese vor

der Gefahr bewahrt werden, in's Ausland zu gehen.

Einen weiteren Gegenstand unserer Aufmerksamkeit soll clieVorführung

 von guten modernen Leistungen des Auslandes auf dem Gebiete

der Kunstindustrie bilden. Haben diese Obiecte dem Publicum und den

Fachkreisen in Wien gegenüber ihre Schuldigkeit in Bezug auf die Hebung

des Geschmacks gethan, so werden sie sich ferner ganz besonders dazu

eignen, durch Wanderausstellungen in den Centren des Kunstgewerbes

der verschiedenen Länder Oesterreichs, sowie an den einzelnen fachlichen

Lehranstalten willkommene Anregung zu geben.

Für das Verständniss der Sammlungen und für deren Benützung

soll in den verschiedensten Richtungen gewirkt werden.

Vor Allem möchte ich der seitens des geehrten Curatoriums durch

seinen Antrag auf Verlängerung der Besuchsstunden des Museums in

dankenswerther Weise ergriffenen Initiative nach Kräften folgen.

Weiters werden wir die Sammlungen durch die Fortsetzung in der

Herausgabe guter Führer und Kataloge, durch die Besprechung in der

eigenen Zeitschrift, durch die Veranstaltung von geeigneten Vorträgen,

mehr aber noch durch Fachcurse den Interessenten näher bringen.

Im gleichen Sinne soll der directe Verkehr der Museumleitung mit

den Kunsthandwerkern wirken, und sich auf die Zumittlung von Aufträgen

an dieselben erstrecken. Diesen letztbezeichneten Theil der Thätigkeit

des Museums an dieser Stelle näher zu beleuchten, muss ich einem

späteren Zeitpunkte vorbehalten. Was in dieser Beziehung zu geschehen

und wie es zu geschehen hat, wird theilweise von manchen Factoren

abhängen, die die Zukunft erst entwickeln soll. So gebe ich der sicheren

Erwartung Ausdruck, dass der Wiener Kunstgewerbe-Verein, dessen

Gründung einem vortrefflichen Gedanken entsprossen ist, sich aus einer

mehr minder localen Insti tution zu einer Vertretung der Interessen des

gesammten österreichischen Kunsthandwerkes - aber auch nur dieses

in des Wortes eminentester Bedeutung -- wird ausgestalten können.

Ich hoffe, dass dann durch die rege persönliche Antheilnahme seiner

Mitglieder, die sich auch aus den Reihen der Auftraggeber und Künstler

recrutiren sollen, sowohl geschmackbildend als auch wirthschaftlich günstig

auf das heimische Kunstgewerbe eingewirkt werden wird, wodurch die

Aufgaben der Museumsleitung zweifellos in nachhaltigster Weise gefördert

werden würden.

Der geradezu glänzende Erfolg der Congress-Ausstellung des Museums,

der sich in einem demnächt erscheinenden Prachtwerke wiederspiegelt, ist

mir zu lebhaft im Gedächtniss, als dass ich an dieser Stelle nicht gleich

auf die Absicht hinweisen möchte, wie bisher durch Specialausstellungen

einzelne Culturepochen oder aber einzelne Kunsthandwerke in ihrer Ent-
            
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