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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 5)

wenden zu lassen. Napoleon erklärte zwar das Project für verrückt, gab

ihm aber dennoch seine Zustimmung, da er der Gewalt des Frauenwillens

 nicht entgegentreten wollte. Der fertige, mit 24 Cameen und

vielen Perlen ausgestattete Schmuck (ein Diadem, ein Collier, Armbänder

und eine Gürtelschnalle) fand übrigens auch nicht den gehofften Beifall

und blieb am Hofe ohne Nachahmung '). Sicher musste dieser Schmuck

an dem Orte, wo man fast ausschließlich den Schimmer der reichlich

verwendeten Brillanten gewohnt war, fremdartig und prunklos erscheinen,

und allein aus diesem Grunde schon nicht zusagen.

Mit Gemmen geschmückt ist auch eines der vorhandenen einzelnen

 Diademe (Nr. x06. aus dem Besitze des Fürsten Reuß ä. L.,

Greiz). in verschiedenfarbigen Goldlegirungen anspruchslos und edel

durchgebildet; aus zwölf Theilen bestehend, schließt es sich vollständig

zum kronenförmigen Rund. - Ein kleines, sehr einfaches Diadem (Nr. 84,

Dr. Gustav Jurie v. Lavandal) aus theilweise matt gepunztem, theilweise

mit feinem Gittermuster bedecktem Golde, mit glattem Leistchen und

einem Saum von goldenen Federchen, trägt römische Mosaiken in einfacher

 Kastenfassung.

Colliers, mit und ohne dazu gehörige Brochen etc., von verschiedenster

 coloristischer Wirkung sind: Ein kräftig ornamentirtes, mit Edelsteinen

 besetzt (Nr. x24, Baronin Vesque), eines von zarter, einfacher

Durchbildung mit Türkisen und Perlen (Baronin Sommaruga), ein drittes,

Nr. 1971, aus dem Besitze des Fürsten Starhemberg, von Leopoldine

Gräfin Starhemberg zur Zeit des Congresses getragen, bei dem die verschiedensten

 Halbedelsteine in sehr wirkungsvoller Weise angewendet sind.

Verwandt mit diesem Stücke ist unter den Armbändern das der Gräfin

Adam Potocka gehörige, Nr. 83, aus Goldfiligran, der Krone des heiligen

Ludwig nachgebildet, mit elliptischen und mandelförmigen Onyxen auf

dem Reifen und den Zacken. Bei dem Geschenk der Erzherzogin Sophie

an die Gräfin Thun-Brühl, einem goldenen Armband mit schwerer

Schließe und fünffachem Kettengeflecht, ist das Augenmerk auf das

trefflich gearbeitete lntaglio in Carneol, dem Bildnisse der höchsten

Geberin, zu lenken (Nr. 107, Eigenthum des Grafen Franz von Thun

und Hohenstein).

Gegenwärtig zur Benützung als Armband eingerichtet, doch ursprünglich

 eine Chatelaine, ist ein im Besitze der Frau Leopoldine Mayer

in Wien befindliches Werk der Goldschmiedekunst (Nr. toz). Es zählt

zu dem köstlichsten, was seine Zeit hervorgebracht. Die Kettenglieder

sowohl als die dazwischen angebrachten flachen Schildchen sind mit dem

zartesten Pique-Email ausgestattet. Kleine Perlen erhöhen noch den

Reiz dieser Arbeit. Das größere Schildchen trägt außerdem auf beiden

Seiten ein kleines, rautenförmiges, vollendet ausgeführtes Emailgemälde

') Zu vergl. Henri Bouchot, Le Luxe francais. L'Empire, p. 20.
            
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