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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 8)

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thcilcn regelmäßige Berichte, die den Fabricnnten in beständiger Fühlung mit dem Weltmarkte

 erhalten.

Ueberdies liegen alle einschlägigen Zeitschriften, statistische Berichte und alle auf

Handel und Fabrication Bezug nehmenden Publicationen zur Einsicht auf, ferner werden

mit besonderer Berücksichtigung der jeweiligen bevorstehenden oifentlichen- und privaten

Ünlernehmungen und Lieferungen detaillirte Auskünfte ertheilt. '

Eine wissenschaftliche Versuchsstatinn prüft einlaufende Proben auf ihren Wertli

und ihre Zusammensetzung und untersucht neue Producte auf ihre praktische Verwendbarkeit.

 Durch ihre Publicationen steht sie im Austausche mit den bedeutendsten wissenschaftlichen

 und industriellen Museen der Welt.

Atllgrhblmgßn in Delphi. Das bedeutendste Stück, das die französischen Ausgrabungen

 von griechischen Sculpturwerken bisher zu Tage gefördert haben, ist eine

Kupferstatue von ungewöhnlich hervorragender kunstgeschichtltcher Bedeutung auch

dann, wenn die erste Nachricht griechischer Zeitungen, dass sie das Werk eines bekannten

 großen Meisters, eines Lehrers des Phidias, sei, wie es scheint, nichts weiter

als eine voreilige Vermuthung sein sollte. In einem Telegramme an das Ministerium

hat der Leiter der Ausgrabungen, Herr Homolle, die Statue als Darstellung des Tyrannen

Hieran von Syrakus bezeichnet auf Grund einer Inschrift, die in der Nahe gefunden

wurde. Von Hieron, der sich namentlich durch seinen Sieg über die Etrusker im Jahre

475 v. Chr. eine Machtstellung geschaffen hatte, gab es mehrere große Weihgeschenlte

in Olympia, die ihn als Sieger in den Spielen feierten. Einem pythischen Siege galt

auch das delphisehe Weihgeschenk. Lebensgroße griechische Bronzen sind in unserem

Denkmilerbesitze außerordentlich selten. Außer dem nMuseo Nazionale- in Neapel, das

durch die Funde von Herculaneum eine reiche Sammlung großer Bronzestatuen besitzt,

konnen sich nur wenige Museen solcher Stücke rühmen, und Griechenland hat durch

diesen delphischen Fund zum ersten Male ein vollständig erhaltenes Bronzewerk wiedergewonnen.

 Es ist wohl kaum übertrieben, wenn die französischen Berichte die Statue

dem Funde des Praxitelisehen Hermes in Olympia unmittelbar an die Seite stellen. -

Auch abgesehen von dieser großen Entdeckung sind die Ausgrabungen in Delphi in der

letzten Zeit sehr glücklich gewesen. - Es wurden bis jetzt gefunden: Eine zo Centimeter

 hohe Bronzestatue des Apollo; eine vermutltlich aus romischer Zeit summende

weibliche Marmorstatue, 150 (Zentimeter hoch, ohne Kopf und Arme; eine gut erhaltene

Kuh aus Kupfer von archaiscliem Typus und ein kupierner Geierkopf, das Ornament

eines Dreifußes; insbesondere aber mehrere sehr werthvolle lnschriften: die eine datirt

aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und enthält Verordnungen über Schuldverhaltnisae und

Bankerott; eine andere, angeblich dem Ende des 6. vorchristlichen Jahrhunderte fangehörend,

 gibt Vorschriften über die Diat, welche die an den Spielen Theil nehmenden

Wettlaufer einzuhalten hatten; die Bruchstücke einer dritten weisen ein nach geographischen

 Gesichtspunkten geordnetes Verzeichniss der Gastfreunde Delphi's im z. Jahrhundert

 v. Chr. auf; endlich viertens Rechnungen der Tempelerbauer über die Neuerrichtung

 des Apollo-Tempels im 4. Jahrhundert v. Chr. Trotz der mehrfachen Unterbrechungen

 der Arbeiten, die durch die ungewohnlich zahlreichen Regentage verursacht

wurden, iat der Mai dieses Jahres der vielleicht ergebnissreichste Monat der ganzen bisherigen

 Ausgrabung in Delphi gewesen. Es wird augenblicklich an mehreren Stellen

zugleich gegraben, am Apollo-Tempel (an der Südostecke der Tempelmauer), im Stadion,

am Eingange des heil. Bezirkes, und tlglich sind nicht weniger als 330 Arbeiter bei der

Grabung beschiftigt. (Allg. Ztg.)

Ein kostbarer Gobelln. Der frühere Prlsident der französischen Republik Carnot

ließ vor vier Jahren einen Teppich in der Gobelin-Manufactur bestellen, der dazu dienen

aollte. bei seinen Reisen den Hintergrund, die Wand zu bilden, vor der er bei Empfangen

und bei Festen Stellung zu nehmen hatte. Carnot hat die Ausführung seines Planes nicht

erlebt. Die vierjährige Arbeit dieses Gobelins hat mindestens 50.000 Francs gekostet.

Wahrscheinlich wird der Gohelin die Wand eines der großen Empfangssale des Palais

Elysee zieren. Der von Hlanc entworfene Teppich zeigt im Vordergrunde auf einer Art

Sockel den die Volkskraft darstellenden Löwen, der von Amoretten durch Blumengewinde

im Zaume gehalten wird. Darüber das blaue Schild der Republik mit den Buchstaben

R. F. Den Hintergrund bilden dreifarbige Fahnenbündel, darüber der gallische Hahn,

der sich mit den Flügeln gegen das Kind wehrt, das ihn zu halten sucht.

Für die Redlclion vzranlwonliclu: J. I-bllericc und F. Rilltf.

Selbslverllg des k. k. Oulerr. Muszuml in? Kunst und lndunrie.

Burhdnlelrrrl van CIH GcnlhVl Sohn in ßYißn.
            
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