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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 12)

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Gläsern, die man bei ihm noch nicht gesehen hat. Große Anstrengungen 
macht die überaus betriebsame Firma Riedel (Polaun). 
Die Gold- und Silberarbeiten und das Email sind wie immer durch 
eine Reihe von Etablissements gut repräsentirt. Oskar Dietrich verdanken 
wir eine neue, auf einem von Storck für den Hoftiteltaxfonds entworfenen 
Service zum ersten Male auftretende Technik; die Gefäße sind mit zartem 
Rankenrelief geziert, das aufgelöthet ist, da es sich nicht treiben ließe. 
In dieser eindrucksvollen Weise ließe sich viel machen. 
Auf dem Gebiete der Keramik wird mit großem Eifer fortgearbeitet. 
Nicht mit allen auftretenden Formen wird man sich einverstanden er- 
klären können, aber die Arbeit ist durchwegs ehrlich und solid. Und es 
zeigen sich auch stets erfreuliche technische und ästhetische Fortschritte, 
so die neuen Lüsterfaiencen von Wahliss, deren Anfänge schon vor 
drei Jahren die Aufmerksamkeit aller Kenner erregt haben. Die hier ver- 
wendeten Farben und Combinationen bekunden feinen Geschmack der 
Künstler. Die sogenannten Altwienerformen der Porzellanmaler bedurften 
einer Revision, auch die Malereien sind ungleich; das Beste scheint immer 
noch von reichsdeutschen Künstlern zu stammen und dies würde nur 
beweisen, dass unsere Kunstjünger vielfach den Hochmuth noch nicht 
abgelegt haben, mit dem aus so manchem der kunstgewerblichen Er- 
ziehung dienenden Atelier auf kunstgewerbliche Maltechniken herabgeblickt 
wird, Wie die Ausstellung der Firma Rissner und Stellmacher zeigt, sind 
unsere Bildhauer einsichtiger. lm Allgemeinen beweist die Vertretung der 
Keramik auf unserer Ausstellung, dass das Museum und der Kunstge- 
werbe-Verein im Rechte waren, als sie sich gegen den bekannten Antrag 
Menger aussprechen. 
Lederarbeit, Kunststickerei, Fächermalerei, Holzgalanterie erhalten 
sich auf der Höhe ihrer Aufgabe; man wird in diesen Gruppen eine 
Reihe besonders gediegener Leistungen finden. Die vervielfältigende Kunst 
ist diesmal in größerem Umfange erschienen; Lichtdruck und Helio- 
gravure, schwarz und farbig, wird in Wien dermalen so eminent be- 
trieben, dass jede solche Ausstellung besondere Freude bereitet. Ein 
großer Theil der farbigen Heliogravuren, welche zu sehen sind, sind 
übrigens mit der Hand und nicht auf mechanischem Wege in Farbe 
gesetzt. 
Reichhaltig ist auch die Gruppe kleine Plastik vertreten; Otto 
König hat beigesteuert, Weigl, Würfel, Zelezny haben sich mit guten 
Leistungen eingefunden. Hierher gehört auch der von Neuhofer (auf Kosten 
des Hoftiteltaxfonds) ausgeführte Jubiläumsschild, über den vielleicht bei 
anderer Gelegenheit einmal ein Wort zu sagen ist. 
Den Glasmalern, deren tüchtige stilvolle Leistungen bekannt sind, 
hat sich die oberösterreichische Glasmalereianstalt neu angeschlossen. 
Eine interessante, decorativ höchst wirksame Technik führt die Tiroler
	        

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