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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 2)

mal flüchtige Art des Reynolds muss ebenso wie, die des Franz Hals und

Hoppner anders zum Ausdrucke kommen, als die weiche, oft geleckte

Manier der Angelica Kauffmann oder des Zolfany.

In dieser späteren Zeit des 18. Jahrhunderts macht sich uns auch

in England das stärkere Vordrängen des Genrebildes bemerkbar. Bisher

hatte, Dank dem englischen Familiensinne, das Porträt die überwiegende

Vorherrschaft, während die Landschaft mit ihrem Ueberreichthum unentschiedener

 Kleinigkeiten, welche vermisst werden, wenn sie fehlen, aber

verwirrend wirken, wenn der Künstler auf sie eingeht, mit Fug und Recht

von der Schabkunst fast gar nicht in ihr Bereich gezogen wurde. Wohl

kommen noch ausgezeichnete Porträtschaber an die Reihe, wie Dickinson,

der bis zur Unliebenswürdigkeit kraftvolle Jones, die beiden Watson

und vor allen John Raphael Smith, der seinen älteren Namensgenossen

weitaus übertrifft und Schulter an Schulter steht mit den Besten seiner

Zeit. Nicht in die letzte Reihe stellt sich Hodges mit seinen Blättern

wie John Lee (Nr. 512) und der Philanthrop Will. Wilberforce (Nr. 5x6).

Des Raph. Smith's trelTlichster Schüler ist Will. Wards, von welchem

eine Reihe von Blättern nach Gemälden seines Schwagers Morland ausgestellt

 sind, nach den zahllosen Porträts nun wahrhaft Aug' und Herz

erquickende Familienscenen und Genrebilder aus dem Landleben. Von

dem jüngeren Bruder James Ward muss besonders die Art und Weise,

wie er uns die Pferde auf den Bildern Georg III. (Nr. 542, 546) verführt,

jeden Kupferstichfreund entzücken. Und schließlich ist Gainsborougli

Dupont nicht zu vergessen, bezüglich dessen Smith nicht ansteht zu erklären,

 dass, wenn er länger gelebt, mehr Bilder seines Oheims geschabt

und so der Kenntniss des großen Publicums näher gebracht hätte, die

öffentliche Meinung den ersten Platz als Maler der graziösen und eleganten

 englischen Damen nicht dem Reynolds zuerkennen würde.

Aber das Jahrhundert geht zu Ende und wie im Allgemeinen auf

anderen Gebieten, will auch bei der Schabkunst ein rheilweiser Niedergang

 bemerkt werden, besonders durch zu große Elfecthascherei in der

Mischung der Techniken, um die früheren Meister zu übertreffen. Thatsächlich

 stellt sich manches scheinbar gut gearbeitete und auf den ersten

Blick imponirende Blatt bei näherer Untersuchung als ein Ragout von

stecherischen Kunststücken unfeiner Art heraus. Es musste erst wieder

ein Maler kommen, welcher wie früher Lely, Kneller, Romney, Gainsborough

 und Reynolds eine ganze Generation, also auch die reproducirenden

 Künstler begeisternd in seine Bahnen zog, und Thomas Lawrence

 war es, welcher so der Schabkunst neue Impulse gab. Die überwältigende

 Art, in der wir seinen König Georg IV. von Hodgetts (Nr. 572)

und den Papst Pius VII. (Nr. 575) von dern erst 1887 verstorbenen

Cousins vor uns sehen, findet die liebreizendsten Gegenstücke in des

letzteren unwiderstehlich einschmeichelndem Bildnisse der Gräfin Grosvenor

 (Nr. 576) und Turner's Mrs. Stratton (Nr. 573). Solche Kunst
            
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