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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 7)

riahestanden, betrauern den Verlust eines wahren Freundes. Der älteste

Sohn, Dr. Hans Lehner, folgt den Spuren des Vaters und ist am Museum

in Trier angestellt. -

Dem Jahresbericht das Mälhtelsolian Gewarbemuaentns in Brtuut für 1894

ist zu entnehmen, dass die Sammlungen durch Geschenke und Ankäufe einen Zuwachs

von 83 Nummern im Gesammtwerthe von etwa 31.00 H. aufzuweisen haben, wovon mehr

als goo H. auf Ankäufe entfallen. Den reichsten Zuwachs erfuhr die moderne Abtheilung

mit 42 Nummern. Die werthvollsten Bereicherungen waren ein Ofen aus Winterthur von

A. Pfau (1645) und eine Fruhrenaissance-Truhe, Geschenke des Fürsten Johann von und

zu Liechtenstein. Der Werth der Geschenke und Ankaufe für die Bibliothek beträgt im

abgelaufenen Jahre über r4oo H. Die Sammlungen wurden von rund 28.600, die lo Vorträge

 von aooo, die Bibliothek von gzoo Personen besucht. Von den Special-Ausstellungen

ist besonders die am zo. November erolfnete Schmuckausstellung zu nennen, an der sich

60 Aussteller mit nahezu tzoo Nummern betheiligieii. Das kunstgewerbliche Atelier

lieferte im Ganzen 93 Skizzen und toz Detail-Entwürfe.

Ausstellung für Lithographie in Paris. In diesem Jahre wird in Paris zur

Feier de'r vor hundert Jahren erfolgten Erfindung der Lithographie eine internationale

lithographische Ausstellung veranstaltet werden, die vom 15. August bis 3c. November

dauern und auf welcher Alles zur Darstellung gelangen soll, was mit der Lithographie

in Verbindung steht. Die Ausstellung umfasst folgende sechs Hauptgruppen: LGeschichte

der Lithographie; II. die Lithographie im Dienste der Kunst; lll. die Lithographie im

Dienste der Wissenschaft; lV. die Lithographie im Dienste des Gewerbes; V. Hilfsmittel

 im Dienste der Lithographie; V1. Gewerbe, die mit der Lithographie in Zusammenhang

 stehen.

Anmeldungen zur Theilnahme an dieser Ausstellung müssen vor dem 15. Juli d. J.

dem Generalsecretariat, 4, Rue du Bouloi, Paris, eingesandt werden.

Norwegisohes Volksmusenm. Gegen Ende des vorigen Jahres erging in Christiania

 ein Aufruf zu Beitragen für ein norwegisches Volksmuseum, und heute stehen

für dieses Museum schon 300 Gegenstände theils geschenkt, theils angekauft, zur Verfügung.

 Besonders werthvoll ist darunter das etwa 600 Jahre alte Wohnhaus zu Rauland

in Thelemarken, das älteste bekannte Wohnhaus aus Holz. Als Vorbild des norwegischen

Volksmuseums diente die rSchanze-i in Stockholm, jenes sogenannte -Freiluftmuseumim

 Stockholtner Thiergarten, das eine Schöpfung des Directors des dortigen nordischen

Museums Dr. Hazelius ist, und Alles in sich vereinigen soll, was Schweden an merkwürdigen

 Bauten, Hausgerath u. s. w. enthält. Neben den Bauten, die wie die alten

Stabkirchen Sehenswürdigkeiten ersten Ranges bilden, gibt es in Norwegen 'viele

alterthümliche Gegenstände, nationale Schmuckstücke und andere Dinge von culturhistorischem

 Werthe. Von diesen soll das norwegische Volksmuseum so viel wie möglich

zu einer Sammlung vereinigen, bevor es zu spät ist.

Russisches National-Husum. Se. Majestät der Kaiser von Russland hat im

vergangenen Monate die Gründung eines russischen National-Museums angeordnet, welches

den Namen nRusssisches National-Museum des Kaisers Alexander llLa tragen soll. Eine

Ahtheilung dieses Museums wird vollständig dem Andenken des Kaisers Alexander lll.

geweiht sein, die übrigen Räume werden Kunst-, ltunsthistorische und ethnographiscbe

Sammlungen enthalten, in erster Reihe solche der hervorragendsten Werke der russischen

 Malerei und Sculptur. Als Museums-Gebäude wurde das Palais Michael bestimmt,

und zum Leiter des Museums Se. ltais. Hoheit Großfürst Georg Michailowitsch ernannt.

Ein alter Gohelln. lm Vereine oHeroldc in Berlin legte Professor Hildebrandt

einen interessanten alten Gobelin vor. welcher aus dem Besitze des Fürsten Püekler-Muskau

 stammt und gegenwärtig Eigenthum der Familie von Pachelbl-Gehag ist. Der

Gobelin zeigt in der Mitte eine antike Kampfscene, in den Ecken allegorische Darstellungen

 der Fortuna, Virtus, Tempus, Fortitudo. Der breite Rand wird von r6 gut stilisirten

 Wappen alter Adelsgeschlechter eingenommen. Eine nähere, durch Prof. Hildebrandt

 vorgenommene Prüfung ergab, dass es sich um einen Teppich handelt, welcher

offenbar aus Anlass der im Jahre X645 stattgefundenen Vermählung der Gräfin Ursula

Katharina zu Dolrna, Erbtochter der Linie Dohnau zu Muskau, mit dem Freiherrn Konrad

Reineck von Callenberg gewebt wurde.

Fiir die Redaction verantwortlich: .1. Fulneekr und F. Riller.

Selbstverlag du lt. k. Oesterr. Mnseuint für Kunst und lrlduslrte.

llurhürllrkßai von (Int'l osmiau Sohn In Wien.
            
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