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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 12)

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dende Quantum Farbe hervorzubolen, sodann aber wieder angedrückt.

Auf Seide kann man ohne Grundirung malen, Leinwand oder sonstige

Stoffe müssen mit dicker Farbe überstrichen werden, wobei zur Vertheilung

 ein großes Messer verwendet wird. Der Maler hat sich einer hölzernen

 Palette und des Malstockes zu bedienen. Zur Verdünnung der

Farben nimmt er Naphtha, ohne Zweifel Erd- oder Steinöl, Petroleum in

mehr oder weniger gereinigtem Zustande, wie es u. A. auch auf Zante

gewonnen, dem griechischen Künstler leicht zu Gebote stehen konnte.

Die fertigen Bilder erhalten einen Firnisstlberzug. Die Pinsel, steif, rund,

kurzhaarig, müssen zum Schutze vor dem Staub in besonderen Fächern

eines Schrankes wohl aufbewahrt werden. Man reinigt sie durch Befeuchten

 mit Peseri, Reiben in der Hand und Ausdrücken der an ihnen

haftenden Flüssigkeit (die wieder vermalt werden kann), zuletzt noch

durch Waschen mit Lauge oder Seife.

Bezüglich der bei der Oelmalerei verwendeten Farbkörper finden

sich keinerlei Angaben. Diese Palette ist ja auch mit jener der Temperamalerei

 identisch, die nach den im Inhalte der verschiedenen, das Methodische

 der Malerei behandelnden Capitel zu findenden Ausführungen zusammengesetzt

 ist, wie folgt:

Weiß: i-Bilderweißw, v-Kügelchenweißn, wie schon erwähnt, nach

holländischer Methode erzeugt, durch Behandlung von Blei mit Essigdämpfen

 unter gleichzeitiger Einwirkung von Kohlensäure, die sich aus

Pferdemist entwickelt. Venetianisches Weiß (alupjwßlw ßsväuuov : venetianische

 Schminke), eine hie und da im Handel auch heute also bezeichnete

 Sorte Bleiweiß, schon von Didron für solches gehalten und,

wie das französische (tpgmlzßäutxov), gleichfalls kohlensaures Blei. -

Gelb: Ocker. - Roth: Gelbröthlicher Ocker, venetianischer Ocker,

Ocker von Thasos, Bolus, Eisenviolett, Zinnober. - Braun: Umbra.

- Grün: Grün, nwas für die Mauern diente. (Die schon erwähnte grüne

Erde.) - Schwarz: Ohne nähere Bezeichnung. '

Die bis jetzt genannten Farben dienen vornehmlich zur Ausführung

des Nackten und der Haar- und Bartpartien. ln der Bestimmung ihrer

systematischen Verwendung besteht die Lehre, die auf Manuel Panselinos

zurückzuführen ist. Das grünliche Proplasma wird nach diesem Künstler

benannt. Die für die tiefen Mitteltöne des Nackten verwendete Mischung

aus Proplasma und reiner Fleischfarbe (der schon genannte Glykasmus)

und diese aus Weiß und Roth (Zinnober, rothem Ocker etc.) gemischte

Fleischfarbe für sich allein, werden in den richtigen Abstufungen zur

Erzielung eines durchsichtigen lncarnats verwendet. Die übrigen Farben

dienen zur Kräftigung der dunklen Partien. Die im Handbuche angegebene

 kretensische Malweise zeigt nur insoferne eine Abweichung,

als der Glykasmus weggelassen und zum Proplasma kein Grün genommen

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