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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 12)

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hier in dem Umstande zu suchen, dass, wie schon früher angegeben

wurde, der Azur mit Kleienwasser gebunden und al secco aufgetragen

ist. Diese Farbe würde daher eine mehr oder weniger hygroskopische,

isolirende Schichte zwischen dem Mauerkalk und der Vergoldung bilden,

wodurch die erwähnten Abblätterungen leicht veranlasst werden könnten.

Aus der vorhandenen Vorschrift zur Erzeugung des Mordants ersehen

 wir, dass er im Wesentlichen aus Leinölfirniss und einer gepulverten

 Farbsubstanz, Soulougeni genannt, besteht. Dass für Soulougeni

keine Erklärung vorhanden ist, bringt keinen Schaden, da wir für diese

Farbe irgend eine der gebräuchlichen, etwa Satinober, substituiren können.

Die angegebenen Nebenbestandtheile sind Ocker, Muscheln. Grünspan

und Weiß. Sie sind alle mehr oder weniger belangloser Natur. Der

Ocker erfüllt seinen Zweck als Farbe, um den Auftrag besser controliren

zu können. Das indifferente Muschelpulver wird offenbar, wie heute mitunter

 das gepulverte Glas, ohne nachweisbaren Vortheil zugesetzt. Der

Grünspan ist gleichfalls entbehrlich. Das Weiß allein (wenn Bleiweiß)

kann als Trockenmittel nützen, wie als solches auch bei uns zuweilen

eine kleine Quantität eines Bleipräparates (Bleiglätte, Minium etc.) dem

Vergoldergrund beigemengt wird. Leder, Glas, Marmor, die verschiedenen

Metalle etc. sind gleich dem Mauergrund mit Mordant zu vergolden.

Stein ist hiebei vorerst mit Leinöl einzulassen. Die Vergoldung mit Oelgrund

 passt für Alles, was im Freien angebracht ist.

Zum Vergolden von Objecten, die sich in geschützter, trockener

Lage befinden, dient ein weniger solides Bindemittel: der schon früher

erwähnte Knoblauchsaft. Er soll in den Monaten Juli oder August gewonnen

 werden und so lange an der Sonne stehen, bis er die richtige

Consistenz zeigt. Seine Hygroskopie und seine allmälige Zersetzung durch

die Feuchtigkeit lassen seine Anwendung an dumpfen, geschlossenen

Orten unthunlich erscheinen. Vor dem Gebrauche erhält er einen geringen

 Zusatz irgend einer Farbe, um das Arbeiten, wie dies in der

früher erwähnten Weise auch bei der Oelvergoldung geschieht, zu erleichtern.

 Der Knoblauchgrund eignet sich selbstverständlich sowohl

zum Vergolden breiter Flächen, als auch zur Anbringung mehr oder

minder feiner Goldornamente, die mit dem Saft aufgemalt und noch

klebrig mit Blattgold belegt werden, wobei das überschüssige Gold mit

einem Hasenfuß zu entfernen ist. Unter dem Leim, der zum Vergolden

von Geweben oder Papier verwendet werden soll, ist der gleiche Knoblauchsaft

 zu verstehen, wie schon Schäfer hervorgehoben hat'). Auch

die Nimben auf Perlmutterbildern werden außer mit Oelgrund auch mit

Knobl auchgrund vergoldet.

') Z. v. Note s), a. a. O. p. 59, in der auf das Leimen mi! Knablluch hingewiesen

 wird.
            
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