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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 8)

Ä

naturfarben, gehobelt, mit ungemein langweiliger Facade und monotonem

Schindeldach. Das Schlechteste ist aber der am Ende der via triumphalis

gelegene Pavillon der der Firma Kriegl St Schmidt gehörenden Herrschaft

 Skole, dessen Inhalt einen Einblick in den herrlichen Holzreichthum

dieser Gegend gewährt, der aber an der Facade eine geradezu beleidigende

Verwendung gefunden hat.

Einfach, aber charakteristisch sinddie verschiedenen Bauernhöfe sarnrnt

der ruthenischen Dorfkirche; Blockhausbauten, wie sie in den verschiedenen

Landestheilen in Nord und Süd, in Ost und West üblich sind.

Die meisten Kunstformen zeigt das Huzulenhaus aus dem Kolorneaer

Bezirke; das stattlichste ist das aus starken Stämmen erbaute Goralenhaus

aus Zakopane am Fuße der Tatra.

Bernerkenswerth ist noch der massiv aus Ziegel und Haustein errichtete

 Wasserthurm, in seiner Helmspitze das Motiv hanseatischer Thorthürme

 variirend. Dieser Thurm, der die Aufgabe hat, die Ausstellung

und die für dieselbe neu geschaffenen Gartenanlagen mit Wasser zu

versorgen, gleichwie der Kunstpavillon und derjenige für Mittelschulen,

werden, als massive Bauwerke, die Ausstellung überdauern.

Einen stattlichen Eindruck macht der architektonisch reichgegliederte

Bau der Fontaine lumineuse, welcher an den abgestumpften Quadratseiten

 von überlebensgroßen Flußgöttern und Göttinnen Hankirt ist.

Fremdartig, kalt trotz seiner Polychrornie, muthet Einen der Pavillon

 für Architektur an, welcher auf einer Terrasse in den Formen

eines griechischen Tempels erbaut ist und der zwischen den anderen

Ausstellungsbauten einen ziemlich frostigen Eindruck macht.

Den größten Anziehungspunkt für den Kunstfreund bildet der Pavillon

 mit den Werken Matejkds. Ein fensterloser, schlanker Rechteckbau,

 über dem Eingangsportal ein Sgraffitofries, macht derselbe mit der

wehenden Trauerfahne den Eindruck eines Mausoleurns. Das Innere birgt

in zwei Oberlichtsälen die bedeutendsten Kunstwerke der Ausstellung.

Außer zehn Kolossalgemälden noch eine Menge kleinerer Werke und

Studien des großen polnischen Meisters, darunter von besonderem Interesse

 die Cartons für die Ausmalung der Marienkirche in Krakau und

eine Reihe von Familien- und Selbstporträts.

Dieses Ganze dürfte wohl nicht wieder vereinigt werden. Aus allen

möglichen Sammlungen sind die Bilder für die Ausstellung zusammengebracht

 worden.

Die beste Zeit Matejkcfs repräsentirt das große Gemälde: Die Huldigung

 Albrechts von Preußen vor König Sigisrnund l. Jagiello auf dem

Marktplatze von Krakau. Interessant ist, daß das letzte Bild des Meisters,

das er unvollendet hinterlassen hat, an Klarheit der Composition und

Schönheit in Zeichnung und Farbe mit den besten Leistungen seines

Mannesalters wetteifert. Das Bild stellt den König Johann Casimir dar,

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