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was wir an schmückender Zutbat im Schriftsatze, soweit dieser aus ein-
zelnen Typen zusammengestellt ist, sehen; also alles das, was zu der
mit dem allgemeinen Ausdruck Accidenzsatz bezeichneten typogra-
phischen Arbeit gehört, muss sich nach Größe, Form und Anordnung
einem System von combinirbaren Quadraten verschiedenen Flächeninhalts
anschließen, wobei zu bemerken ist, dass die Längen der Seiten dieser
Quadrate stets in aliquote Theile einer bestimmten Maßeinheit zerlegbar
sein müssen.
Eine zusammengehörige bestimmte Menge der zur Ornamentation
geeigneten Buchdrucktypen muss sich, um Randverzierungen, Kopfleisten,
Schlussstücke u. s. w. von verschiedenen Dimensionen zu bilden, durch
vielfältig geändertes Versetzen und Nencombiniren zu unzähligen ver-
schiedenen Bildungen ausreichend erweisen. Es ist nun Sache des
Zeichners, entsprechende Reihen solcher, für eine möglichst große Anzahl
von Neuzusammenstellungen geeigneter Ornamentniotive zu erfinden, deren
zur gegenseitigen Verbindung taugliche, Anschlussstellen auch so an-
gebracht sind, dass dadurch in dem Beschauer die Vorstellung eines
Stückwerks nicht wachgerufen wird. Es besteht daher die Arbeit des
Zeichners hiebei zum Theile aus Zählen, Rechnen und Messen.
Ganz besondere technische Eigenthümlichkeiten gilt es auf dem
keramischen Gebiete zu berücksichtigen. Hier hat es der Praktiker mit
einem Material zu thun, welches im Verlaufe seiner Verarbeitung seine
Dimension sowohl wie seine Gestalt verändert. Bei keinem Zweige gewerb-
licher Thätigkeit kann der Unerfahrene größere Ueberraschungen erleben,
als auf dem Gebiete der Gefäßbildnerei. Die drehrunden Formen ihrer
Erzeugnisse verändern ihre Erscheinung vor den Augen eines nicht ein-
geweihten Zeichners von Anbeginn ihres Entstehens bis zur Fertigstellung
im letzten Brande und necken auf diese Weise den Künstler wie schel-
mische Kobolde. Schon der Aufriss, die Schablone kann ihm den Possen
spielen und das von dem Former auf das Sorgfältigste danach gedrehte
Modell als verunstaltetes Monstrum erscheinen lassen. Eine Vase, zu all-
seitiger Zufriedenheit in den gefälligsten Verhältnissen entworfen, zeigt
etwa auf einem dünnen Fuß den Gefäßbauch von unförmlichern Umfange
und anstatt eines sanft sich erweiternden Randes findet man eine gäh-
nende Gefäßmündung, trompetenförmig sich erweiternd. Die Schuld tragen
optische Täuschungen, welche die Profillinien am Aufrisse anders er-
scheinen lassen als am gedrehten Modelle. Gesetzt den Fall, es wäre
dieses Modell corrigirt und die Form darnach gemacht, doch ohne Be-
rücksichtigung des Schwindens beim Trocknen und Brennen der daraus
zu formenden Masse, so schlüpfen wohl anstatt der geholften normalen
Prodncte nur verschrumpfte Exemplare aus dem Ofen.
Hiemit ist aber die Anzahl der Metamorphosen noch nicht erschöpft,
denn eine nachfolgende Farbengebung thut ein Weiteres. Helle Fär-
bung blaht die Stücke scheinbar auf, dunkle spiegelt uns ihre gänzliche