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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 11)

der Werthpapiere, in Herstellung von Wasserzeichen und Aehnlichem.

Da jedoch der Schwerpunkt auf technischer Seite liegt, haben wir uns

nicht eingehender mit dieser Ausstellung zu befassen. Es genügt, zu constatiren,

 dass die photographischen Reproductionsarten hier mit demselben

Eifer und Erfolg gepflegt werden, wie im übrigen Europa.

In nächster Nachbarschaft der Petersburger Staatsdruckerei befindet

sich das Sensationsobject der Ausstellung, die great attraction für die

große Menge, das Geschenk der russischen Damen an Madarne Carnot.

Ein opulent ausgestattetes Album, nach russischen Motiven componirt,

mit 30 Aquarellen und zahlreichen Unterschriften.

Mehr Ordnung als in der großen Halle, deren jahrmarktähnliches

Ensemble sich nur durch das Fernbleiben der Maschinenindustrie entschuldigen

 lässt, herrscht in den Räumen des ersten Stockwerks. Hier

empfängt uns ein hoher, freundlich decorirter Saal, in dem der Cercle

de la Librairie sich niedergelassen.

Die Wände schmücken Gobelins, hier und dort steht ein Werk

figuraler Plastik, dazwischen einiges Grün und in Vitrinen, sowie frei auf

großen Tischen finden wir die neueren Erscheinungen des französischen

Buchhandels, vertreten durch etwa 30 Firmen. Bequeme Stühle und

schwellende Fauteuils laden den Besucher ein, sich niederzulassen und

die aufliegenden Werke und Zeitschriften eingehender zu würdigen. Man

meint, sich im Bibliothekszimmer eines vornehmen Bücherfreundes zu

befinden und vergisst allrnälig das Unbehagen, das der bisher durchwanderte

 Theil der Ausstellung in Folge seiner absoluten Systemlosigkeit

hervorgerufen.

Aus diesem Raume führen Thüren in die zu beiden Seiten sich

anschließenden Ausstellungssäle. Links gelangt man zunächst in einen

kleinen Saal, wo neue Erfindungen gezeigt werden, und von hier in den

Saal der v-Originaux d'artistesß, eine ansehnliche Sammlung von Federund

 Kreidezeichnungen, Aquarellen und geluschten Blättern, Originale

der in den letzten Jahren in Frankreich erschienenen Illustrationswerke.

Leider befinden sich keine Druckproben neben diesen oft hochinteressanten

Blättern, und auch das Werk, für das sie bestimmt waren, ist selten angegeben.

 Die trefflich geschulte und von aller Schwerfälligkeit befreite

Künstlerhand des französischen lllustrators lässt sich aber hier an vielen

Hunderten brillant concipirter Blätter bewundern. Die trefilichen Zeichnungen

 für den Holzschnitt von Riou, die in der wChasse illustreeu und

in der Sammlung vTour du Monde-A erschienen sind, die kräftig hingeworfenen

 Compositionen von Rochegrosse, die Vignetten aus Petersburg

 von Lanos, die köstlichen Einfälle von Robida und vieles

Andere ist geeignet, unseren Neid zu erwecken gegen einen Buchhandel,

der jaliraus iahrein die elegante Welt mit einer Fülle luxuriös ausgestatteter

 Werke zu unglaublich billigem Preise zu überschütten vermag.

Weitere zwei Säle sind für eine Ausstellung alles dessen, was die fran-
            
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