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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 3)

Plan zu treten. Es waren dies die Emailarbeiten aus dem Atelier des

Prof. Macht, die bereits auf so vielen ausländischen Ausstellungen sieghafte

 Anerkennung davongetragen haben, ferner die ornamentalen und

Blumenstudien aus den Ateliers der Professoren Beyer und Sturm, endlich

figurale Arbeiten aus dem Atelier des Prof. Karger. Gerade aus diesen

unterschiedlichen Atelierstudien konnte man ersehen, worauf sich die

Tüchtigkeit gründet, die an den weiblichen Kunstarbeiten textiler wie

nicht-textiler Natur aus Oesterreich in die Augen sprang, und wo andererseits

 die Französinnen einzusetzen hätten', um den nun auch von

ihnen erkannten Mängeln abzuhelfen.

Nächst Oesterreich hatte sich England mit seiner Exposition sehr

ehrenvoll behauptet. Fast sämmtliche kunstgewerbliche Schulen des vereinigten

 Königreichs waren durch decorative Zeichnungen und Malereien

vertreten. Darunter viel Blumenstudien nach der Natur, aber auch sorgfältige

 Copien, z. B. nach mittelalterlichen Stoffen, was den Französinnen

absolut ferne liegt. Auch für Spitzenfabrication waren Entwürfe eingesandt,

 und zwar bezeichnendermaßen fast ausschließlich aus Irland,

dem historischen Boden dieses Zweiges weiblicher Kunstthätigkeit auf

den britischen Inseln.

Nur gering an Zahl waren die kunstgewerblichen Copien und Entwürfe,

 die von Elevinnen der kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung

der Klinste in St. Petersburg zur Ausstellung gebracht wurden; ein zuverlässiges

 Urtheil war auf Grund derselben kaum zu schöpfen, doch

befanden sich darunter recht anerkennenswerthe Leistungen.

Dies ist in großen Zügen der Inhalt, den die Exposition des arts

de la femme dem Besucher geboten hat. Ein vollkommenes Bild würde

_man aber erst dann gewinnen, wenn man die lnscenirung, den decorativen

 Apparat, die Dioramen, die täglichen Musikproductionen, die allwöchentlichen

 großen Festlichkeiten u. s. w. geblihrendermaßen in Betracht

zöge. Diese Nebenumstände werden aber geradezu zur Hauptsache, wenn

man den äußeren Erfolg der Ausstellung, sofern er sich in Besuchsziffern

und Eintrittsgeldern ausdrückt, erklären soll. Namentlich in den kühleren

Herbstmonaten war der Zuspruch des Publicums ein überaus lebhafter,

wobei gewiss neben dem unangezweifelten Interesse der Pariser für die

Ausstellung selbst auch die vorhin angedeuteten Sondergenlisse eine

wesentliche Rolle gespielt haben mögen. Wie schwer es anderwärts, z. B.

bei uns in Wien, fiele, in Dingen der äußeren Ausstattung den Parisern

nachzukommen, dies sei nur an einem einzigen Beispiele gezeigt. Der

gesammte ungeheure innere Umgang im Obergeschoss des Industriepalastes

 war mit Gobelins behängt, die das Gardemeuble national bereitwilligst

 beigestellt hatte, desgleichen einzelne Säle, wie derjenige mit der

Histoire de la coiffure. Eine glänzendere Decoration als diejenige mit

diesen buntfarbigen Prachttapeten ist kaum zu denken, aber außerhalb

Paris wohl" nirgends zu erlangen. Als Denkmäler verflossener Kunst-
            
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