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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 3)

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beitszeit durch Anwendung mechanischer Hilfsvorrichtungen möglich war -

also hauptsächlich bei den mit der Weberei zusammenhängenden Techniken

- da ist man im europäischen Westen schon vor Jahrhunderten zum

gewerblichen Betriebe übergegangen, was die überwiegende Heranziehung

männlicherArbeitskräfte zur Folge hatte. Aber gerade jene textilen Techniken,

welche zugleich künstlerische Bedürfnisse zu befriedigen hatten, erwiesen

sich vielfach bis in die neueste Zeit den Versuchen einer Einführung mechanischer

 Verfahren gegenüber spröde, wo nicht unzugänglich. Freilich

haben die wirthscbaftlichen Revolutionen in fortgesetztem Ansturm auch

vor diesem Bollwerk urweiblicherThätigkeit nicht völlig Halt gemacht; aber

im Allgemeinen lässt sich doch sagen, dass die Kunststickerei und die Spitzenerzeugung

 imWesentlichen selbst heute noch das durch die Tradition privilegirte

 Arbeitsgebiet des weiblichen Geschlechtes geblieben sind. Damit erscheint

zugleich der Schauplatz umgtenzt, auf dem sich das specifisch weibliche

Kunstschaffen zu entfalten hat, wo wir weibliche Kunstarbeiten im eigentlichsten

 Sinne des Wortes zu suchen haben. Vom Stande dieser hat nun

das Oesterr. Museum im Jahre 1886 ein übersichtliches und lehrreiches

Bild zu entwerfen gesucht: wie sie in den Schulen gelehrt werden, wie

sie am Familientische von den sogenannten Dilettantinnen ausgeführt

werden, wie sie endlich von den mit weiblichen Arbeitskräften versehenen

Verkaufsgeschäften auf den Markt gebracht werden. Die wenigen Arbeiten

nicht-textiler Beschatfenheit, die daneben zur Ausstellung gelangten -

einige Fayenceteller und Emailmalereien - dienten eigentlich blos dazu,

um neben dem Althergebrachten, durch Jahrtausende währenden Brauch

Sanctionirten, auch die künstlerischen Früchte einer neuen, Stände und

Geschlechter nivellirenden Tendenz nicht völlig unvertreten zu lassen.

Man beschränkte sich aber diesbezüglich wenigstens auf kunstgewerbliche

Erzeugnisse: was an Werken der sogenannten hohen Kunst, insbesondere

an Tafelgemälden aus weiblichen Händen in Oesterreich hervorging, das

- urtheilte man - hatte seinen Platz in Künstlerhäusern und Kunstvereinen

 und sollte demgemäß auch mit entsprechend anderem Maße,

als demjenigen einer specifisch weiblichen Arbeit gemessen werden.

Ganz anders fasste die Sache das Comite auf, das die vorjährige

Exposition des arts de la femme im Pariser lndustriepalast veranstaltet

hat. War die Auffassung, auf der sich die Wiener Ausstellung gegründet

hatte, eine sozusagen historische gewesen, so könnte man die Programmbasis

 für die Pariser Ausstellung eine moderne nennen. Nicht

blos was die Frau an Schaffensgebiet als Erbschaft aus früheren Jahrhunderten

 überkommen hat, sondern Alles was sie heute an Kunstarbeiten

 verfertigt - mag es nun dem Manne oder der Frau näherliegend,

 grob oder fein, textil-fiacher oder plastischer Natur sein - Alles

dies sollte der Anschauung und Beurtheilung durch das Publicum in

übersichtlicher Weise zugänglich gemacht werden. Hatte die Ausstellung

im Oesterr. Museum mit all' ihrer erschöpfenden Fülle innerhalb der
            
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