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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 6)

_ 321 ,

rischer Gebrauchsgegenstände (Werkzeuge, Waden, Fibeln etc.) in chronologischer

 Aneinanderreihung. In diese Unterabtheilung wurden auch nichtösterreichische

 Funde und als Ergänzung und Fortsetzung jeder Serie

gleichartige Erzeugnisse der griechischen und römischen Kunst mit einbezogen.



In die zweite Hauptgruppe gehören die einheimischen Funde

aus der Römerzeit. Hier bot sich die Möglichkeit, drei locale Gruppen

zusammen zu stellen, welche in lehrreicher und übersichtlicher Weise die

Cultur dreier wichtiger Römerstädte - Poetovio's (Pettau), Brigetitfs

(Ö-Szöny) und Carnuntum's - veranschaulichen. Die gesammte Masse

der übrigen Gegenstände wurde nach dem Materiale, aus welchem sie

verfertigt sind, in Gruppen vereinigt, jedoch so, dass innerhalb derselben

immer wieder die locale Zusammengehörigkeit zu Tage tritt.

Die dritte Hauptabtheilung bilden, nach dem Materiale geordnet,

die Antiken auswärtiger Provenienz, also jene nicht in Oesterreich-Ungarn

 gefundenen Objecte griechischer und römischer Kunst, welche die

Sammellust der Gegenwart in den Besitz von Museen und Privaten

gebracht hat.

Die Ausstellung ist in den Sälen VI, VII und IX untergebracht.

Die praehistorische Abtheilung füllt einen großen Theil des Saales VII;

daran schließen sich die römischen Funde, die bis in die Mitte des

Saales VI reichen; die zweite Hälfte dieses Saales sowie der ganze

Saal IX gehören der dritten Abtheilung.

Fast gleichzeitig mit der Erölfnung der Ausstellung, die am 22. Mai

stattfand, erschien der Katalog. Leider konnte derselbe nicht in allen

Partien gleichmäßig und endgiltig abgeschlossen werden. Da die Sendungen

 für die praehistorische Abtheilung ziemlich spät eintrafen, musste

Dr. Hoernes sich entschließen, ein provisorisches Verzeichniss zu geben.

Die Beschreibung der spätantiken Textilfunde aus Aegypten besorgte

Dr. Riegl, die der Bronzen und cisalpinen Rörnerfunde Dr. Eduard Nowotny.

 Freundliche Unterstützung bei den Katalogisirungsarbeiten leistete

dem Schreiber dieser Zeilen, dem von der Direction des Museums die

Führung der Ausstellungsgeschäfte übertragen worden war, auch Dr. Rudolf

 Mlinsterberg.

Es liegt in der Natur der Sache, dass eine archaeologische Ausstellung

 nicht in erster Linie den unmittelbaren Zielen und Zwecken eines

Kunstgewerbemuseums dienen kann. Wie die Veranlassung, um derenthalben

 sie veranstaltet wurde, eine wissenschaftliche war, ist der Gewinn,

der aus ihr erwachsen wird, vor Allem ein wissenschaftlicher. An ihm

participiren, wenn wir schon ein einheitliches Ganzes auftheilen wollen,

die Urgeschichte, die classische Archaeologie und die Erforschung der

kunstgewerblichen Techniken. Gerade für dieses letztere Gebiet bietet

unsere Ausstellung viel des Interessanten. Wir werden das Wichtigste

davon in einem der nächsten Hefte der nMittheilungenu besprechen.

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