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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 9)

obengenannten Schweizerhause ausgestellten zahlreichen Entwürfe und

Aufnahmen. Colli hat sich aus eigener Kraft emporgearbeitet; beim Militär

 kam sein Talent zum Vorschein, einer seiner Vorgesetzten ließ ihn

ausbilden.

Neben Colli verdient der Bozener Johann Marsoner volle Anerkennung

 für eine stilvoll und sehr genau gearbeitete prächtige Saloneinrichtung

 in italienischer Renaissance, schwarz mit Aluminium eingelegt.

 Auch Ingenuin I-Iofer, Drechsler, Kunsttischler und Schnitzer,

gleichfalls ein Bozener, ist ein tüchtiger Künstler, irvofür eine Zimmereinrichtung

 Zeugniss ablegt. Ein sehr tüchtiger Drechsler ist ferner Johann

Vieider in Bozen; erwähnt zu werden verdient auch Hammerl in

Innsbruck-Wilten für sein hübsch getäfeltes Herrenzimmer und eine Reihe

gut gedrechselter Stühle, dann die Tischler Konzert und Trenkwalder

 in Innsbruck, Lorenz Kuen in St. Lorenzen (Pusterthal), Letzterer

 für eine gelungene Imitation einer gothischen Himmelbettstelle.

Von Tapezierern sind vor Allem Gottfried Perathoner in Bozen

und Anton Vinazzer in Innsbruck zu nennen; Uffenheimer hat für

den Kaiserpavillon sehr tüchtige Stickereien geliefert.

Von den Ampezzanern, welche die Tar-Kaschi-Technik und Einlegearbeiten

 in Elfenbein und Metall vorzüglich handhaben, verdienen Giovanni

 Apollonio, Mansuetto Manaigo und Agostino Colli besondere

Anerkennung.

Galanteriegegenstände aus Olivenholz, die vielleicht nicht nach Jedermanns

 Geschmack, aber in der Ausführung sehr lobenswerth sind, liefert

Arco, wo vor Allem Cölestin Emmert, Buchhändler, Fabrikant und

Fachschulleiter in einer Person, an der Spitze der von der Riviera dahin

verpflanzten Industrie steht.

Eine tirolische Besonderheit ist die Holzbrandtechnik, welche in beschränktem

 Maße zu recht guter decorativer Wirkung verwerthet werden

kann. Die Reproduction ganzer Gemälde auf Teller und Platten (Defregger

 wird da bis zum Ueberdruss geplündert) sollte man freilich

unterlassen; das ist technisch unmöglich und stillos. I-Ians Biendl

in Innsbruck ist jedenfalls der tüchtigste und geschmackvollste Holzbrandmaler

 des Landes. '

Wie zu erwarten war, nimmt die Holzbildhauerei, vornehmlich die

religiöse, einen großen Raum in der Ausstellung ein; sie ist eine tirolische

 Specialität und verdient vom künstlerischen wie vor Allem vom

volkswirthschaftlichen Standpunkte die größte Beachtung. Das Grödenerthal

 ist stark vertreten und man begegnet all' den schon von früher, in

Wien durch unsere kirchliche Ausstellung (1887) in weiteren Kreisen

bekannt gewordenen Namen. Wir hatten damals alle Ursache, so Manches,

was den Grödener Arbeiten anhaftete, vor Allem den starken Hang zum
            
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