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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 7)

ginnenden Claasiciunus, bilden sie auf deutschem Boden wohl die reichste Sammlung

von pompösen Sculpturwerken aus der Zeit von t78o bis 180a. Mit ihren schlanken

Pyramiden, Aschenurnen, Vasen, Lorbeergehangen, Saulensturnpfen, schlanken Marmorpalmen,

 trauernden Genien, purzelnden Kindern und grazibs pnsirenden Heiligen dürften

sie unserer Kunst zwar schwerlich fordernde Anregung bieten, bleiben aber gleichwohl

beachtenswerth durch die eigenartige Phantasie und die hochentwicltelte Empfindung

für monumentale Wirkung, welche sich darin ausspricht. - ln der kunsthistorischen

Litteratur schon mehrfach gewürdigt, liegen diese interessanten Sculpturen nun auch in

sehr gelungenen Lichtdrucken vor, und erganzen die Reihe der Abbildungswerke auf

dem Gebiete der süddeutschen Kunst des I8. Jahrhunderts in erwünschter Weise.

Fs.

i

Das k. k. Hofoperntheater in Wien. Erbaut von Eduard Van der Nüll

und August von Siccardsburg. Wien, V. A. Heck, 189i. gr. 4".

a Liefg. B. 3.

Als Pendant zu detn vor zwei Jahren im selben Verlage erschienenen Hofburgtheater-Werke

 soll das bereits in zwei Lieferungen vorliegende Werk über die k. lt.

Hofoper in u. Lieferungen zu je g Blatt in Lichtdruck die künstlerische Ausstattung

dieses ersten glänzenden Werkes der neuen Wiener Bauperiode weiteren Kreisen leicht

zugänglich machen. Die beiden ersten Lieferungen enthalten die Totalansicht, das Foyer,

den Hoffestsaal und den Hoflogensalbn; ferner Schwind, Zauberflöte und Hans Heiling;

 Rahl, Mythus vom Ursprung der dramatischen Kunst und Herbst und Winter;

Laufber er, Ländliche Musik, Sangerfest, Hochzeitszug und Tanz. Die folgenden 50

Tafeln sol en die prächtigen Wandgemalde von Dobiaschoffsky, Engerth, Geiger, Madjera,

Swnboda u. A., die Sculpturen von Hlhnel, H. und J. Gasser, sowie die übrigen Werke

von Laufberger, Schwind und Rahl bringen. Fs.

l

Wood carvings from the South Kensington-Museum, edited by Eleanor

Rowe. London, Sutton Drowley St Co. Fünf Lieferungen von je 18

Taf. in Lichtdruck. F01. H. 40.

Mit dieser Publication betritt das South Kensington-Museum den gleichen Weg "der

systematischen Nutzbarmachung seiner kunstgewerblichen Sammlungen, den die großen

continentalen Institute bereits seit einer Reihe von Jahren eingeschlagen haben. Als bisher

zum größten Theile unbekannt, erwecken besonderes Interesse die zahlreichen Beispiele

englischer Renaissanceschnitzerei, außerdem einige Proben islandischer Flachschnitzerei,

deren stilisirte Pßanzenmotive bisher von Seiten der Kunstforschung keineswegs die

ihnen gebührende Beachtung gefunden haben. Verhaltnissmaßig sehr stark sind tlamisehe

Arbeiten vertreten, italienische dagegen, die in den continentalen Sammlungen fast überall

die Hauptrolle spielen, treten erst in der dritten Lieferung zahlreicher auf. Französisches

und Deutsches lindet sich wenig, Orientalisches fehlt vollständig in den bisher erschienenen

 drei Lieferungen. Der Text ist von wissenschahlichen Gesichtspunkten aus verfasst

und fußt auf dem alteren Kaulogwerlte von Pollen. Rgl.

Examples of early english pottery named, dated and inscribed. By John

Eliot Hodgkins and Edith Hodgkins. London, MDCCCLXXXXl.

hoch-4". XIX, 187 S. M. 5o'4o.

Mit einem außerordentlichen Aufwand: von Fleiß und Geldmitteln haben die Herausgeber

 ein lnventar der in 67 Museen und Privatsamtnlungen Englands befindlichen, mit

Daten oder Schrift versehenen Beispiele inländischer Keramik vom I6. Jahrhundert bis

zum Auftreten Wedgwood's zu Stande gebracht, 685 Nummern, jedes irgendwie eigenthümliche

 Stück in getreuer Abbildung, lnschriften, Jahreszahlen, Marken, sogar meistens

in Große und Farbe der Originale! Unwillkurlich wünscht man bei dem Anblick dieses

Prachtwerltes, dass jeder Zweig der decorativen Künste überall so ernste und opferlustige

Dilettanti finden mochte. Der Katalog umfasst t; Abtheilungen: Ordinare Thonwaare;

mit Schlicker decorirte Waare, und zwar datirte von 1612-1794, und undatirte, bis in

das 18. Jahrhundert, meistens bizarr in Form und Decor, das Figürliche ganz primitiv;

Sgrafnato, künstlerisch so ziemlich auf gleicher Stufe; Fayence von Lambeth - in's Graue

spielendes Blau unter der sehr weißen, wenig glasigen Glasur, namentlich viele Weinkrtige

 mit den Bezeichnun en Sack (Sect), Renish wirre, Claret oder W'ht't, von 1632

an vertreten; Fayence von ristol - tieferes Blau unter dhnnercr harter Glasur, deren
            
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