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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 8)

durch Material und Techniken vielfach hindurchläuft, ist das Ornament. 
Letzteres wird dermalen in wissenschaftlich gründlicher und besonnener 
Weise vom Professor der Staatsgewerbeschule E. Kolbenheyer gesammelt 
und für eine mustergiltige Publication vorbereitet. 
Eine möglichst erschöpfende Sammlung aller noch vorhandenen 
Arten von Hausfleißarbeiten wäre Sache des bukowinischen Gewerbe- 
museums, und wurde von seinem rührigen Director Laizner bereits in 
Angriß" genommen. Sofern es sich um Conservirung älterer einheimischer 
Kunstgegenstände handelt, ist ja das Museum ausschließlich auf die Er- 
zeugnisse der Volkskunst angewiesen, da es eine gewerbmäßige Kunst- 
industrie daselbst niemals und nirgends gegeben hat. Die dermaligen Samm- 
lungsgegenstände des Museums sind zumeist moderne Arbeiten und die 
wenigen alten darunter nicht bukowinischen Ursprungs. Die Sammlung 
von Hausfleißarbeiten kann allerdings nach dem mehrfach Gesagten vor- 
wiegend blos eine wissenschaftliche, ethnographisch-kunsthist0rische Be- 
deutung haben. Dem bukowinischen Gewerbemuseum mangelt es aber 
auch nicht an einer unmittelbar praktischen Seite seiner Thätigkeit, 
welche darin liegt, den einheimischen Angehörigen der gebildeten Stände 
mustergiltigc Objecte des Kunstgewerbes vor Augen zu führen, denselben 
edle Formen zu zeigen, ihnen die Vorzüge eines maßvollen und harmo- 
nischen Schmuckes zu erschließen. Die Vorbildersammlung, die Director 
Laizuer von diesem Gesichtspunkte aus zusammengebracht hat, beginnt 
auch schon allmälig Früchte zu tragen. Während noch beim Baue der 
erzbiscböflichen Residenz. die der auf einer Höhe hinanklimmenden Stadt 
ein so malerisches Aussehen verleiht, alles Kunstgewerbliche aus der 
Fremde bezogen werden musste, haben sich jetzt schon Industrielle aus 
Wien in Czernowitz niedergelassen, die Kunstmöbel und Eisenarbeiten 
erzeugen, weil sich dafür bereits hinreichende Nachfrage im Lande findet. 
Das bukowinische Gewerbemuseum sorgt aber dafür, dass die Zahl Der- 
jenigen, denen der Besitz eines Hausraths von künstlerischen Qualitäten 
ein Bedürfniss dünkt, in stetigem Zunehmen begriffen ist. 
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Isbary  Der Präsident der Niederösterr. Handels- und Gewerbe- 
kammer, Herrenhausmitglied Rudolf lsbary, ist am 9. v. M. in Hüttel- 
dorf gestorben. Derselbe gehörte seit dem Jahre 1880 dem Curatorium 
des k. k. Oesterr. Museums an, und hat an der Entwickelung und Förderung 
unseres Institutes und der mit demselben verbundenen Kunstgewerbe- 
schule warmen Antheil genommen, welchen er in allen Lagen persönlich 
und amtlich bethätigte. Das Museum hat in einem Beileidschreiben an 
die Hinterbliebenen den pietätvollen Gesinnungen gegen den Verstorbenen 
Ausdruck verliehen und wird demselben stets ein dankbares Andenken 
bewahren.
	        

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