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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 10)

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artigen Besatz der Krägen"), so trug man dagegen die runden an Schnüren 
aufgereiht, und legte eine oder mehrere solcher Schnüre über den Kragen. 
So hat König Menkauhor der V. Dynastie auf einer Darstellung aus 
seiner Zeit über dem breiten flachen Kragen ein Collier aus zwei 
Reihen dicker scheibenförruiger Perlen"). Unter dieser Dynastie vermehren 
sich auch die Arten der Schmucltgegenstände. Sehen wir bei Männern 
wiederholt ein eigenartiges Amulett an einer hübsch gegliederten Hals- 
kette hängen, das aus zwei quer ineinandersteckenden Hölzern oder 
Steinchen zu bestehen scheintw), so tritt bei Frauen nebst dem Kragen 
ein enganliegendes Halsband auf, das aus kleinen viereckigen Täfelchen 
besteht, die in bunter Folge, roth, blau, gelb, grün, auf eine Schnur 
gereiht sind, welche man rückwärts zusammenbinden kann"). - Nebenbei 
bemerkt erinnert dieser Schmuck lebhaft an die bunten Säume, womit 
die Aegypter ihre Malereien zu begrenzen pHegen, und selbst einer tiüch- 
tigen Beobachtung wird sich der Gedanke an einen stilistischen Zusammen- 
hang beider Zierformen um so mehr aufdrängen, als es sich in beiden 
Fällen um ein abschließendes Band handelt, das die Aufgabe hat, zwei 
verschiedene Theile der Gesammterscheinung zu trennen. Das ist aber, 
wie gesagt, nur eine beiläufige Bemerkung; wenn wir das künstlerische 
Wesen ägyptischen Schrnuckes in seiner Gesammtheit überblicken werden, 
wird sich ein noch viel innigererZusammenhang mit jenem Oruarnentirungs- 
system, welches sich die Architekten nach und nach geschalfen, heraus- 
stellen. - Auch ein- oder zweifarbige Colliers, z. B. türkisblau mit weißen 
Rändern,oder abwechselnd aus weißen und blauen Perlen zusammengefügte, 
lassen sich, wenn wir den Abbildungen so weit trauen dürfen, in dieser Zeit 
nachweisen"). Noch nicht allgemein üblich, und häuüger bei Frauen als 
bei Männern sind Schmuckbänder am Handgelenk und oberhalb der 
Fußknöchel. Sie zeigen bald eine ähnliche Streifenmusterung wie die 
Halskrägen und dürften dann wie diese aus Perlen hergestellt_ gewesen 
sein, bald erinnern sie an die eben erwähnten Halsbänder mit ihren vier- 
eckigen bunten Täfelchen. Trägt eine Person gleichzeitig alle diese drei 
Schmuckarten, Kragen, Arm- und Fußbänder, so stimmen sie in Farbe 
und Technik in der Regel überein, bilden also was wir heute eine 
Garnitur zu nennen pßegen. 
Die vierte Gruppe von Schmuckgegenständen dieser Epoche bilden 
die Stirnbänder und Diademe. Sie kommen im Alten Reiche bei 
Männern und Frauen vor"), später jedoch in der Regel nur bei Frauen. 
Der Stirnbinde im Allgemeinen scheint die Bedeutung einer besonderen 
I) Lepsius, Denkm. Abrh. n, Tuf. 18. 
9) Lepsius, Denkm. Abth. Il, Taf. 19x. 
"') Eine Form, die durch Jahrhunderte ihre Bedeutung nicht verloren hat, da wir 
sie im Neuen Reich genau ebenso wiederfinden. Lepsius, Denkm. Abtb. ll, Taf. 48. 
") Lepsius, Denkm. lll, 20, n; lV, 98. 
") Lepsius, Denkm. lll, u; IV, 83. 
") Lepsius, Denkm. lll, 19: IV. 93. Qn.
	        
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