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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 10)

Ei

Vor Allem waren es die Könige und ihr Hof, die bei aller Treue"

gegen alte Sitten und traditionelle Formen einen allmälig steigenden

Luxus begünstigt hatten. Der königliche Ornat, anfänglich so bescheiden,

hat sich nicht unwesentlich bereichert und gibt uns das vollständigste

Gesnmmtbild dessen, was die Aegypter jener Zeit unter der Entwickelung

des größten Aufwandes und der höchsten Pracht verstanden.

Von jeher war der Pharao der Einzige, welcher, abgesehen von der

Perrücke, eine Kopfbedeckung trug. Sie war von verschiedener Form;

_die älteste uns bekannte ist das einfache Kopftuch, jene in schiefen Falten

herabfallende Umhüllung des Hauptes, welche schon der große Sphinx

von Gizeh trägt, der Klaft, den vorne die heilige Uräusschlange ziert,

die sich drohend aufrichtet ober dem Scheitel. Keine der späteren Kopfbedeckungen

 der Könige, so complicirt sie auch sein mögen, übertrifft

diese älteste an monumentaler Wirkung. Das Antlitz erscheint wie von

großen gleichsam architektonischen Flächen eingefasst und es entsteht ein

Contrast zwischen dem wechselvollen Formenspiele des Gesichtes und der

ruhig einfachen Umrahmung, der es um so lebendiger und wirkungsvoller

erscheinen lässt. Kein Wechsel der Mode vermochte den Klaft zu beseitigen;

 was auch die eben übliche Kopftracht gewesen sein mag, die hohe

Kunst behält ihn bei bis in die spätesten Zeiten und wendet ihn an, so

oft es gilt, den König in voller monumentaler Würde darzustellen.

Neben dieser Kopfbedeckung des Pharao gab es noch andere, unter

welchen die beiden Kronen, die des Südens und die des Nordens, die

wichtigsten sind. Sie weisen auf die ursprüngliche Zweirheilung des

Landes hin, die vermuthlich unter der ersten mernphitischen Dynastie

ihr Ende gefunden. Die Krone des Südens, die weiße genannt, ist eine

hohe, kegelförmige Mütze, die des Nordens, die rothe, gleicht einem

Schelfel, von dem rückwärts eine lange Spitze steif emporragt, während

ein spiralisch endigender Draht nach vorne zu im spitzen Winkel absteht.

Jede dieser Kronen schmückt überdies die Uräusschlange. Seit der Vereinigung

 des Nord- und Südreiches trägt der König auch beide Kronen

gleichzeitig, die als Doppelkrone ineinander gesteckt erscheinen und den

Namen nPSChentu führen. -

Nicht selten sieht man ferner das Haupt des Königs mit dem Kriegshelm

 bedeckt und auch hier erscheint die symbolische Schlange über der

Stirne, ebenso wie sie an dem eleganten Stirnbande nicht fehlen darf,

das in späterer Zeit Pharaonen, sowie Mitglieder des königlichen Hauses

schmückt. - Tritt der König als Gott auf, so ziert sein Haupt ein wunderlicher

 Aufbau aus Hörnern, Federn und sonstigen Symbolen der betreffenden

 Gottheit, eine cornplicirte Zusammenstellung der mannigfachsten

Formen, ein förmliches Gebäude, das namentlich im Neuen Reiche sich

höchst phantastisch ausgestaltet. Zu einem derartigen Schmuck des

Hauptes trägt der König ein langes, enges Gewand, ähnlich dem der

Frauen, um die Hüften legt sich ein prächtiger Gürtel und in die Hand
            
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